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Praktischer Naturschutz Biologische Vielfalt in Lingen wird gefördert

Von Ludger Jungeblut | 27.07.2014, 20:56 Uhr

Die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen auf Naturschutzflächen im Lingener Stadtgebiet erstrecken sich auf 125 Gebiete und umfassen etwa 170 Einzelmaßnahmen.

Darauf hat Diplom-Biologin Karin Schreiner vom Fachdienst Umwelt in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses aufmerksam gemacht. „Zielsetzung der Maßnahmen ist die Erhaltung der biologischen Vielfalt“, sagte sie. Im Einzelnen handele es sich um folgende Arbeiten: Mäharbeiten und Beweidung, Rückschnitt von Gehölzaufwuchs, Wallheckenpflege und Neuanlage, Anpflanzungen und Aufforstungen, Errichtung von Zäunen und Absperrungen, Grabenanstau sowie Anlegung einer Obstbaumreihe. An Artenschutzmaßnahmen listete die Diplom-Biologin auf: einjährige Brachen für Kiebitz, Saumstreifen für Rebhuhn, Niströhren für Steinkäuze, Bau eines Brutfloßes für Haubentaucher sowie Entfernung gebietsfremder Pflanzenarten.

Auf Bitten von Günter Reppien (CDU) will Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Gesamtkosten für die Pflegemaßnahmen in diesem Jahr ermitteln lassen.

Gelbe Abgasfahne

Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen kam auch das Thema „Betriebsstörung bei Hagedorn“ zur Sprache, das der Umweltausschuss bereits am 18. Juni in nicht öffentlicher Sitzung behandelt hatte ( wir berichteten) .

Paul Hemelt, technischer Leiter des Chemiewerkes in Lingen-Schepsdorf, konnte krankheitsbedingt nicht zur Sitzung kommen. In einem vorab verbreiteten Schreiben teilte Hemelt mit, dass am Morgen des 26. Mai vorübergehend eine deutlich sichtbare gelbe Abgasfahne (nitrose Gase) vom Werk abgeleitet wurde. „Hierbei bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für Mitarbeiter oder die Nachbarschaft.“ Ursache für die Störung sei eine unzureichende Umwälzung von Waschmedium in einem der Absorptionstürme der Abgasreinigungsanlage gewesen. Weiter heißt es in dem Schreiben: „Ein großer Anteil von Düsenlöchern einer Verteilerplatte am Kopf eines Turmes war verstopft. Nach Beseitigung der Verstopfungen wurden die Produktionsanlagen in Abstimmung mit dem Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt wieder angefahren. Seitdem arbeitet die Abgasreinigungsanlage einwandfrei, sodass die Abgase aus der Produktion bestimmungsgemäß ausgewaschen werden können.“ Hemelt lud den Umweltausschuss, die Fraktionen sowie den Ortsrat zum Besuch des Werkes ein.

Martin Lumme vom Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück betonte, dass der Vorgang insgesamt unkritisch gewesen sei. „Die Emissionsobergrenze der Technischen Anleitung Luft wurde eingehalten“, sagte der Fachmann. Der Betrieb habe das Amt nach Auftreten der Betriebsstörung unverzüglich informiert.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder darin, dass das Unternehmen bei Betriebsstörungen auch im eigenen Interesse generell sofort die Bevölkerung informieren müsse. Nach Meinung von Michael Fuest (Bündnis 90/Die Grünen) kann sich Hagedorn dabei an der Öffentlichkeitsarbeit des Kernkraftwerks Emsland und der Firma ANF ein Beispiel nehmen.