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Plan-Insolvenz gescheitert Lingen: AerSystems ist jetzt doch insolvent

Von Burkhard Müller | 30.11.2013, 12:30 Uhr

Die Firma AerSystems Lufttechnik GmbH ist insolvent. Betroffen davon sind noch rund 140 Beschäftigte des Unternehmens mit Standorten in Lingen, Geeste, Löningen und Mittenwalde (Berlin). Das hat am Donnerstagabend Insolvenzverwalter Andreas Sontopski auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt.

Wie bereits berichtet, hatte AerSystems am 8. Oktober eine Plan-Insolvenz angemeldet, um aus eigener Kraft wieder marktfähig zu werden. „Das hat aber leider nicht funktioniert“, erklärte der Insolvenzverwalter. „Die Gespräche, die wir in der vergangenen und in dieser Woche mit möglichen Interessenten geführt haben, sind leider alle im Sande verlaufen“, bedauerte Sontopski.

Risiko zu groß

Das Risiko, sich mit finanziellem Engagement in dieser schon mehrfach angeschlagenen Firma zu beteiligen, sei einfach zu groß gewesen. „Damit war das Ende des Unternehmens bedauerlicherweise besiegelt.“

Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der „Alpha-Gruppe“, die im August 2009 Insolvenz angemeldet hatte. Daraus geboren wurde dann am 1. Januar 2010 die Firma AerSystems, die in Sachen Lufttechnik und Feinblechfertigungs-Technik an den Start gegangen war.

Auf die Frage an den Insolvenzverwalter, warum auch die Plan-Insolvenz keinen Erfolg gehabt habe, erklärte dieser: „Gerade in dieser Branche ist es oft preiswerter, verschiedene Produkte im Ausland herstellen zu lassen. Macht man das nicht, ist es natürlich deutlich schwieriger, sich in einem so heiß umkämpften Markt zu behaupten.“

Strukturfehler

Zudem sei letztendlich festzustellen gewesen, dass bei AerSystems immer noch Fehler früherer Strukturen nicht ausgemerzt worden seien. Der eigentliche Plan, dem Unternehmen ein neues Gesicht zu geben und damit auch nach außen hin kundzutun, dass sich hier etwas getan habe, sei nicht aufgegangen.

Jetzt habe Sontopski den noch verbliebenen 140 Mitarbeitern während einer Betriebsversammlung sagen müssen, dass sie zum 1. Dezember „freigestellt“ werden. Im Anschluss daran würden die Kündigungen ausgesprochen. Als geschäftsführender Gesellschafter erklärte gestern Stephan Fach, dass er die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben habe. „Ich werde die Segel noch nicht streichen, sondern es 2014 noch einmal versuchen.“