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Parkplätze als Folgenutzung Abriss der Hochschule in Lingen beginnt

Von Burkhard Müller | 04.01.2014, 08:57 Uhr

Am kommenden Montag ist es so weit: Die ehemalige Hochschule „Am Wall Süd“ in Lingen soll jetzt abgerissen werden.

Eigentlich hatte die Stadtverwaltung Mitte des vergangenen Jahres noch geplant, die Gebäude zum Herbst 2013 abreißen zu können, doch ein kleines Zwergfledermauspärchen wusste dies erfolgreich zu verhindern. Jetzt aber scheint das Pärchen die städtischen Alternativ-Nisthöhlen angenommen zu haben, sodass am Montag damit begonnen werden kann, die Baustelle einzurichten – wenn es sich die rund 4,5 Zentimeter kleine „Pipstrellus pipistrellus“ nicht doch noch anders überlegt hat.

Nach Angaben der Verwaltung beginnen die ersten Arbeiten zum Abriss des Gebäudes der ehemaligen Hochschule am kommenden Montag. Das beauftragte Unternehmen wird ab Dienstag das Gebäude entrümpeln und die Baustelle für den Abriss vorbereiten. Aus diesem Grund ist auch der Parkplatz auf dem Gelände „Am Wall Süd“ ab dem 7. Januar gesperrt. Die Ausschreibung der Maßnahme hat ein emsländisches Unternehmen für sich entscheiden können.

Wann genau mit dem eigentlichen Abriss begonnen werden kann, hängt derzeit noch von der Genehmigung im Rahmen des Artenschutzes im Zusammenhang mit der Zwergfledermaus ab.

Erschlossen wird die Baustelle über den Konrad-Adenauer-Ring. Die Arbeiten sollen rund vier bis sechs Wochen dauern und rund 150000 Euro kosten.

Weiteren Angaben der Verwaltung zufolge soll der Platz abschließend geschottert und mit zusätzlichen Leuchten als großer und stadtnaher Parkplatz hergerichtet werden. Diese Arbeiten werden laut Verwaltung mit weiteren 50000 Euro zu Buche schlagen.

Wie das rund 8000 Quadratmeter große Areal später genutzt werden könne, ist noch ungewiss. Fest stehe aber, dass man sich mit den Planungen für dieses Quartier Zeit lassen wolle. Politik und Verwaltung stimmen mehrheitlich überein, dass eine mögliche Folgenutzung zukunftsorientiert sein solle.

Was die Zukunft des im Innenhof der Schule vermauerten Reliefs angeht, so wird die beauftragte Firma dieses im Zuge der Abrissarbeiten aus dem Mauerwerk entnehmen. Das Mosaik, das dem verstorbenen Lingener Künstler Friedel Kunst zugeordnet wird, zeigt die Silhouette der Stadt Lingen vor etwa 50 Jahren.

Eine Facebook-Gruppe hatte sich unlängst für den Erhalt des Kunstwerks starkgemacht und war damit bei der Stadt Lingen auf offene Ohren gestoßen. Das Wandbild ist etwa 2,40 Meter breit und rund 64 Zentimeter hoch. Das Relief ist siebenfarbig und aus rund 125 Einzelteilen zusammengesetzt.

Wie das Relief weiter verwendet werden kann, steht noch nicht fest. Bis dahin soll es auf dem Bauhof zwischengelagert werden.