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Offen diskutieren Studentenwerksleiterin setzt auf Dialog mit Campus Lingen

Von Wilfried Roggendorf | 09.06.2016, 12:58 Uhr

Am 1. Mai hat Alexandra Krone die Nachfolge von Birgit Bornemann als Geschäftsführerin des Studentenwerks Osnabrück angetreten. Im Interview mit unserer Redaktion macht die promovierte Psychologin deutlich, dass ihr „Miteinander reden“ ein besonderes Anliegen ist.

Was hat Sie bewogen, sich auf die Stelle als Geschäftsführerin des Studentenwerks zu bewerben?

Sie bietet mir die Chance, gesamtverantwortlich zu gestalten. Zudem habe ich durch meine Tätigkeit als Lehrbeauftragte an Universitäten und auch auf dem Campus Lingen durchgängig Kontakte zu Hochschulen gepflegt. Beim Studentenwerk kann ich meine Erfahrungen aus Management und Wissenschaft zusammen einbringen.

Welche Bereiche möchten Sie gestalten?

Beispielhaft lassen sich hier die nicht nur für den Hochschulbereich prägenden Trends der Digitalisierung und Internationalisierung nennen. Als Studentenwerk sollten wir zum Beispiel prüfen, ob es ausreicht, über eine Homepage zu verfügen, oder ob wir unsere Zielgruppe auf anderen digitalen Kanälen viel besser erreichen. Und wir müssen hinterfragen, ob unsere Angebote die Internationalisierungsstrategie der Hochschulen unterstützen.

Können Sie ein Beispiel dafür nennen?

Wir bieten den Studierenden unter anderem psychosoziale Beratung an. Wie kann das funktionieren, wenn die Muttersprache des Ratsuchenden nicht Deutsch ist? Auf solche Aufgaben müssen wir uns als Studentenwerk vorbereiten.

Was bedeutet das für das Studentenwerk?

Es gilt, unsere Köpfe für solche Themen zu öffnen. Zugleich werden heute Hierarchien flacher, Führung funktioniert heute vernetzter. Wir müssen auch darüber nachdenken, wie wir uns als Arbeitgeber möglichst attraktiv positionieren.

Das Studentenwerk betreibt neben seinem Beratungsangebot in Lingen das „Legoland“ genannte Wohnheim und die Mensa. Über die Öffnungszeiten der Mensa, die vier Monate im Jahr geschlossen ist, gab es in der Vergangenheit Diskussionen. Wird sich da etwas ändern?

Ich bin grundsätzlich bereit, jedes Thema offen zu diskutieren. Wir können sicher nicht jeden Wunsch erfüllen. Änderungen setzen immer voraus, dass sie wirtschaftlich zu vertreten sind und nicht nur kurzfristig, sondern nachhaltig funktionieren. Kreative Lösungen, die im Dialog zwischen Hochschulen und Studentenwerk entwickelt werden, sind gefragt. Hierzu wünsche ich mir eine konstruktive Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Wie gestalten Sie diesen Dialog konkret aus?

Ich bin ja nun erst seit einigen Wochen im Amt, insofern gilt es zunächst, sich hier ein Bild zu machen. Aber möglicherweise lassen sich konkrete Dinge operativ noch besser abstimmen. Ein Beispiel: An einem Tag essen 600 Studierende in der Mensa Lingen, am Tag danach sind es 200 weniger. Hätten wir noch bessere Informationen über Vorlesungs- und Pausenzeiten oder besondere Veranstaltungen, könnten wir unser Angebot sicherlich noch gezielter darauf einstellen. Apropos guter Dialog: Kürzlich hatte ich mit Vertretern der Lingener Studierenden ein Gespräch, das sehr angenehm und konstruktiv verlaufen ist. Diese Gespräche möchte ich fortsetzen.

Bei Ihrem letzten Arbeitgeber sind Sie acht Jahre geblieben. Wie lange möchten Sie Geschäftsführerin des Studentenwerks bleiben?

(Krone lacht) Ob es die 25 Jahre bis zur Rente werden, kann ich natürlich nicht sagen. Aber wenn man gestalten will, möchte man auch die Früchte ernten. Daher sehe ich mein Engagement als Geschäftsführerin des Studentenwerks natürlich als langfristig.