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OB weist Vorwürfe zuück Bauen in Laxten: Evers gegen Krone

Von Thomas Pertz | 04.05.2016, 20:00 Uhr

In einem Schreiben an Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone und alle Ratsmitglieder hat der Laxtener Stefan Evers schwere Vorwürfe gegen den Verwaltungschef erhoben. Dabei geht es um die Überlegungen zur Entwicklung eines Baugebietes im Bereich Auguststraße/Mengers Weg. Krone weist die Vorwürfe zurück.

Mehrfach hat unsere Redaktion bereits über die kontroverse Debatte im Ortsteil Laxten geschrieben, in deren Zentrum sich die Hofstelle Evers am Mengers Weg befindet. Zwei Investoren wollen in der Nähe neues Bauland erschließen. Ein offizielles Bauleitplanverfahren ist aber bis heute nicht eröffnet worden. Die Familie Evers sieht gleichwohl durch diese Planungen den Bestand der Hofstelle gefährdet . „Seit Jahren wird versucht, uns auf dem kalten Wege zu enteignen beziehungsweise der Vorschlag unterbreitet, zu verkaufen. Das wollen wir aber nicht. Wir wollen diesen Hof erhalten und weiterführen“, hatte sich Stefan Evers, Bruder von Landwirt Heinz Josef Evers, in der Vergangenheit geäußert. 

Diese Position hat er auch in einem kürzlichen Gespräch mit unserer Redaktion aufrechterhalten und darin schwere Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung, insbesondere Oberbürgermeister Dieter Krone erhoben. Er wirft Krone unter anderem „Täuschung der Politik und Öffentlichkeit“, „Verschwendung von Steuergeldern“ und eine Bevorzugung der Interessen von „Bodenspekulanten“ auf Kosten der Familie Evers vor.

Die Verwaltung hatte ihm im Sommer letzten Jahres vollständige Akteneinsicht im Zusammenhang mit Überlegungen seitens der Stadt gewährt, in diesem Teil Laxtens Bauland zu entwickeln. Erste Überlegungen dazu sind deutlich älter als die Amtszeit von Dieter Krone, der seit 2010 im Amt ist.

Evers zieht aus seinem Aktenstudium den Schluss, dass aber erst mit dem Amtsantritt von Krone eine einseitige und im Sinne der Investoren festgelegte Orientierung in Richtung Baulandentwicklung vorgenommen worden sei. „Der Oberbürgermeister ist befangen“, betonte Evers in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Dabei habe die Familie nie einen Hehl daraus gemacht, an der Landwirtschaft dort festzuhalten.

Dies wiederum hat aufgrund dadurch notwendiger Abstandsregelungen zu einem möglichen Baugebiet aber Auswirkungen auf deren Zuschnitt und Größe. „So deutlich, wie wir Nein gesagt haben, kann man nicht Nein sagen“, so Evers. Als Oberbürgermeister habe Krone neutral zu sein und sich nicht bewusst einseitig festzulegen.

Krone: Ich lasse mich nicht einschüchtern

In einem Gespräch mit unserer Redaktion haben Krone und Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Vorwürfe von Evers zurückgewiesen. Er lasse sich nicht einschüchtern, wehrte sich Krone gegen die Behauptungen. Die Angelegenheit würde sorgfältig und fachlich abgearbeitet und dann der Politik zur Entscheidung vorgelegt. In einem Schreiben an Evers, das auch allen Ratsmitgliedern zugegangen ist, fordert ihn der Oberbürgermeister auf, „Ihre vielfältigen Anschuldigungen gegenüber städtischen Mitarbeitern sowie auch explizit gegenüber meiner Person als Oberbürgermeister, die Sie in Gesprächen mit verschiedenen Personen des öffentlichen Lebens getätigt haben, künftig zu unterlassen. Andernfalls behalte ich mir ausdrücklich vor, Ihre Anschuldigungen im Hinblick auf ihre strafrechtliche Relevanz staatsanwaltschaftlich überprüfen zu lassen“.

Die Stadtverwaltung hatte einem Fachanwalt aus Münster den kompletten Aktenbestand mit der Bitte um Überprüfung zur Verfügung gestellt. Dieser stellt fest, dass es keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass die Verwaltung unrechtmäßig gehandelt habe. Im Ergebnis bleibe festzuhalten, dass die Vorwürfe von Evers juristisch und sachlich unberechtigt seien.

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