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Neuer Raum eingeweiht Religion hat wieder festen Platz an den BBS Lingen

Von Christiane Adam | 22.06.2016, 09:00 Uhr

In den Berufsbildenden Schulen (BBS) Lingens in der Beckstraße ist am 20. Juni 2016 ein neuer Religionsraum eingeweiht worden.

Nachdem der Wunsch der Religionslehrer an den BBS aller Fachrichtungen bereits jahrelang bestand, ist ein solcher Raum nun eingeweiht worden. Schulpastor Gernot Wilke-Ewert und Birgitt Amelsberg, Fachgruppenleiterin Religion, erläuterten vor geladenen Ehrengästen die Entwicklung dieses Projektes. „An der Schule besteht das Problem, dass wir zu wenig Räume haben. Als dann die Fachgruppe Religion mit einem Wunsch nach einem Religionsraum kam, waren nicht alle begeistert“, räumte Amelsberg ein.

Traurige Ereignisse an der Schule

Traurige Ereignisse an der Schule, wie beispielsweise Todesfälle, hätten in der Vergangenheit allerdings gezeigt, dass das Vorhandensein von Schulseelsorgern und Religionslehrern durchaus wichtig ist. Eine religiöse „Ecke“ im Foyer sei bislang ein Ort für Trauerarbeit gewesen. „Der Religionsraum kann ein Ort sein, um Fragen zu stellen, für die im Alltag kein Platz ist“, unterstrich auch der evangelische Superintendent Bernd Brauer die Funktion eines solchen, aus dem schulischen Alltag ausgeklammerten Zimmers. Gemeinsam mit dem katholischen Dechanten Thomas Burke erbat Brauer Gottes Segen für den Raum; Schülervertreter Jakob Belle assistierte dabei als Messdiener.

Schüler an Vorbereitung beteiligt

Die Beteiligung der Schüler sei auch bei den Vorbereitungen intensiv und wichtig gewesen. So hob Amelsberg hervor, dass die Schüler der Fachoberschule Gestaltung sich für ein anderes Bild entschieden hatten als die Lehrer. „Wir haben ein fünfteiliges Bild mit den Motiven Strand und Meer für unseren Religionsraum ausgewählt. Diese Motive geben dem Raum eine gewisse Tiefe. Außerdem lenkt das Bild unserer Meinung nach weniger vom Unterricht ab, sondern beruhigt vielmehr den Geist“, begründete Schüler Viktor Gerken stellvertretend für die Künstlergruppe, zu der außer ihm noch Olivia Hermann, Mia Reinermann, Julia Aselage und Tijana Zecic gehören.

Freie Religionsausübung

Petra Niewiera begrüßte ausdrücklich die Einrichtung des Religionsraums, denn „an dieser Schule wird der Stellenwert der Religion hoch geschätzt“. Die Schulleiterin der BBS Agrar und Soziales sei daher ebenso froh wie ihr Kollege Jürgen Korte, Schulleiter der BBS Technik und Gestaltung, dass nun die Religion einen festen Raum im Schulgebäude habe.

„Die Religion aus öffentlichen Schulen zu verbannen, ist die falsche Antwort auf eine Kultur des Dialoges“, beantwortete Winfried Verburg von der Schulabteilung des Bistums Osnabrück die von ihm selbst aufgeworfene Frage, ob ein Religionsraum für eine Schule in öffentlicher Trägerschaft noch zeitgemäß ist. Schulseelsorge müsse sich anwaltlich für freie Religionsausübung einsetzen und auch andere Religionen wertschätzen. „Christen, die Schulpastoral an öffentlichen Schulen anbieten, sind somit Gäste und werden wiederum zu Gastgebern“, sagt Verburg.

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