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Neuer Radweg ist geplant Eisenbahnromantik soll in Beesten erfahrbar werden

Von Andrea Pärschke | 16.12.2015, 09:44 Uhr

 Radfahrer wissen: Die landschaftlich schöne Strecke ist nicht immer die direkteste Verbindung. In Beesten könnte sich das allerdings bald ändern. Denn die ehemalige Bahnstrecke Richtung Spelle wird 2016 umgebaut.

„Der Charakter einer alten Bahntrasse soll erhalten bleiben“, erläutert der mit der Planung beauftragte Landschaftsarchitekt, Diplomingenieur Andreas Oevermann. Umgesetzt hatte er die Idee bereits auf Speller Gebiet. Dort können Radfahrer auf der alten Bahnstrecke in Richtung Beesten fahren. Nach 3,4 Kilometern ist dann allerdings Schluss. Im kommenden Jahr ändert sich das: Voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 wird ein weiteres Gleisstück mit einer Länge von ungefähr drei Kilometern umgestaltet.

Brücke soll erhalten werden

Aufwendigstes Projekt ist der Umbau der alten Bahnbrücke, die die Giegel Aa quert. „Wir können die Brücke aus rohem Eisen weitestgehend erhalten“, berichtet der Landschaftsarchitekt. Die Statik sei noch in Ordnung. Allerdings werde anstelle der Schienen Beton verlegt. Bewusst hat sich Andreas Oevermann, der selbst gerne mit dem Rad unterwegs ist, gegen Holz entschieden. „Das kann – je nach Witterungsbedingung – sehr rutschig sein“, erläutert er.

Gerade Strecke

Ansonsten möchte der Landschaftsarchitekt weitestgehend auf Asphalt verzichten. „Der größte Teil des Weges wird aus einer wassergebundenen Wegdecke bestehen“, berichtet Andreas Oevermann von dem feinen Schotter, der Wasser in den Boden absickern lässt. Mögliche Rutschpartien hält er auf dem steinigen Boden jedoch für unwahrscheinlich, denn der Weg führt schnurgerade vom Beginn der Strecke in Spelle bis zum Bahnhof Beesten. Gefährliche Kurvenfahrten hält die Strecke also nicht bereit.

Eisenbahnromantik trifft auf wilde Natur

Doch nicht der ganze Bahnradweg befindet sich abseits der Straßen. Unter anderem querte die Strecke die Junkerstraße und die Stadtmoorstraße. Aus Kostengründen wurden damals die Schwellen im Asphalt belassen. „Das möchten wir auch heute nicht ändern“, betont der Landschaftsarchitekt. Seine Gründe sind allerdings ästhetischer Natur. Die alte Bahnstrecke soll ihren Charme nicht verlieren.

Außergewöhnlicher Baumbewuchs

Es ist jedoch nicht nur die Eisenbahnromantik, die für Andreas Oevermann die „besondere Schönheit“ des geplanten Radwegs ausmacht: „Der Baumbewuchs ist außergewöhnlich“, erläutert der Diplomingenieur. Während die Züge noch von Beesten nach Rheine fuhren, hatte die Bahn die Pflanzen links und rechts der Schienen noch kurz gehalten. Nach der Stilllegung verwilderte die Natur zunehmend. Nur die Bahngleise wuchsen nie zu. „Es ist, als würde man durch einen Tunnel fahren“, ist Andreas Oevermann von dem Naturerlebnis begeistert.

Europäische Fördergelder

Beginnen können die Baumaßnahmen vermutlich erst im Sommer 2016. Die Finanzierung von etwa 190 000 Euro erfolgt nach Vorlage des Zuwendungsbescheids durch Leader-Fördermittel der Europäischen Union sowie durch die Gemeinden Beesten und Spelle. Wenn alle Formalitäten erledigt sind, werden die nötigen Baumaßnahmen ausgeschrieben. Dann kann begonnen werden. „Es wird um die sechs Monate dauern“, sagt Andreas Oevermann. Dann aber heißt es: Freie fahrt auf dem Bahnradweg zwischen Beesten und Spelle.

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