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Neue Organisationsstruktur Lingener Abifestival nicht mehr allein in Abiturienten-Hand

Von Johanna Lügermann, Johanna Dust | 24.02.2017, 18:30 Uhr

Veranstalter des Abifestivals waren bisher ausschließlich Abiturienten. Das hat sich nun geändert. Nachdem das Interesse der Abiturjahrgänge an der Organisation sank, ist der Verein für alle offen.

Alle Entscheidungen, die im Hintergrund des Abifestivals getroffen wurden, lagen bis zum September 2016 in der Hand der Abiturienten. Nur sie waren Mitglieder im Verein Abifestival seit 1981, der Veranstalter des jährlichen Musikfestivals ist. Hilfe bekamen sie dabei durch den Förderverein Abifestival, in dem ehemalige Abiturienten und andere Unterstützer der Veranstaltung organisiert sind.

Das Abifestival 2017 wird jedoch nicht ausschließlich von Abiturienten geplant, bei der Wahl der Organisationsteams im Herbst durften sich erstmals auch alle anderen aufstellen lassen. Herausgekommen sei eine Gruppe von neun Abiturienten und zehn weiteren Organisatoren, zum Teil Studenten und jüngere Schüler, erklärt Hanna Witzleben vom Verein Abifestival seit 1981.

Interesse der Abiturienten gesunken

Grund für die Änderung in der Organisationsstruktur sei das gesunkene Interesse der Abiturienten: „In den letzten Jahren, vor allem seit es nur zwölf Jahre bis zum Abi sind, haben wir gemerkt, dass die Schüler einen anderen Schwerpunkt legen“, sagt Witzleben. Die Abiturienten würden sich mehr auf die Prüfungen konzentrieren. „Es gab Jahrgänge, bei denen fast alle dabei waren, aber es sind immer weniger geworden“, beschreibt Lukas Hermeling vom Abifestival Förderverein die Entwicklung. Die Umstrukturierung soll nun sicherstellen, dass das Konzept langfristig funktioniert.

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Kontroverse Diskussion

Die Entscheidung für die Öffnung sei innerhalb des Vereins kontrovers diskutiert worden. Es habe Sorgen gegeben, dass die Abiturienten in den Hintergrund treten. Doch die Tradition solle erhalten bleiben. „Je mehr von ihnen mitmachen, desto besser“, sagt Hermeling. „Wir versprechen uns davon auch eine Gleichberechtigung der Helfer.“ Er hoffe, dass auch Azubis und andere junge Menschen die Chance nutzen und sich an der Organisation beteiligen.

Die ersten Erfahrungen mit der neuen Struktur seien gut, berichtet Witzleben. Vorher standen die Abiturienten in Kontakt mit dem Förderverein, heute seien die Mitglieder teilweise mit in den Organisationsgruppen eingebunden. „Man begegnet sich auf einer ganz anderen Ebene“, sagt sie.

Kostenverteilung geändert

Verändert habe sich auch die Verteilung der Kosten. Bisher war der Beitrag für die Abiturienten in etwa doppelt so hoch wie für die anderen Helfer, die 25 Euro zahlen. Dies sei schwer zu vermitteln gewesen, meint Hermeling. Nun würden alle 500 Helfer 25 Euro zahlen. „Was natürlich immer noch nicht die beste Lösung ist“, ergänzt er. Die Organisatoren würden den Helfern die Beiträge gerne erlassen. „Doch auch wenn der Betrag nicht der größte in unserer Rechnung ist, bleibt er wichtig“, sagt Hermeling. Das Geld werde für die Verpflegung, Ausrüstung und Versicherung der Helfer verwendet.

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