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Neue Friedhofskapelle Bauarbeiten in Brögbern beginnen Mitte Juni

Von Johannes Franke, Johannes Franke | 06.05.2016, 14:30 Uhr

Im Juni wird mit dem Neubau der Friedhofskapelle der katholischen Kirchengemeinde Sankt Marie in Brögbern begonnen. Voraussichtlich sind die Baumaßnahmen im Dezember beendet.

„Die jetzige Friedhofskapelle ist in die Jahre gekommen, sodass eine zeitgemäße und würdevolle Trauer- und Bestattungskultur nicht mehr gegeben ist“, sagt Sylvia Wilming, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Daher sei man sich einig gewesen, dass etwas gemacht werden müsse. Überlegungen und Gespräche seit Mitte 2013 führten auch beim Kirchenvorstand recht schnell zu dem Entschluss, „dass wir bauen wollen“, so Dirk Tecklenborg, Pastoraler Koordinator und Gemeindereferent. Zuvor habe das Lingener Architekturbüro Liedke + Lorenz das Gebäude untersucht und festgestellt, dass es nicht mehr sanierungsfähig sei, so Günter Liedke.

„Würdige Orte der Abschiednahme“

Mit der neuen Friedhofskapelle erhält die katholische Kirchengemeinde Sankt Marien einen ganz eigenen Ort der Trauerbewältigung, „wo wir Trauer auch gestalten können, der Trauer Raum geben können“, so Tecklenborg. Lichtdurchflutet, hoch und spitz zulaufend wird die neue Kapelle werden. Ein beengendes, erdrückendes Gefühl soll vermieden werden, denn „die eigene Trauer ist schon erdrückend genug“, so Wilming. Die funktionalen Räume werden „würdige Orte der Abschiednahme und Liturgie“, so Tecklenborg. Die Bereiche der Aufbahrung und Abschiednahme bis zur Trauerfeier werden mit einem separaten Gang so gestaltet, dass die Angehörigen in Ruhe und nahe beim Verstorbenen Abschied nehmen können, so wie die Familienmitglieder es sich individuell wünschen.

„Hoffnung und Weite vermitteln“

Der liturgische Bereich, die Trauerhalle, bietet bestuhlten Platz für etwa 60 Personen. Der Platz zwischen der Kirche, dem Pfarrheim und rund um den Friedhof ist relativ eng. Den Planern ist es wichtig, „die Abschiedsräume introvertiert zu gestalten, sie mit kleinen Fenstern zu belichten und zu belüften“, so Liedke. Der Vordachbereich mit einem Lamellensystem bietet weiteren Platz und Unterstellmöglichkeiten. Der Klinker-Verblendbau erhält viel Verglasung, das Dach im First wird nicht geschlossen, dient als zusätzliche Lichtquelle, die sich als Lichtspiele auf der Giebelwand widerspiegeln. „Mit dem Lichtband wollen wir das Dunkle, die Enge nehmen und Helligkeit, Hoffnung und Weite vermitteln“, sagt Peter Kellmann, Vorsitzender des Bauausschusses und Mitglied des Kirchenvorstandes. Die Innenräume werden sachlich schlicht gestaltet. Ansgar Silies, Künstler aus Laxten, beschäftigt sich mit der künstlerischen Ausgestaltung. Auch der Weg der Trauergemeinde zum Friedhof wird neugestaltet. Der Trauerzug geht nicht mehr wie bisher durch ein Spalier von Trauergästen zum Eingang zurück, sondern verlässt die Kapelle durch den Ausgang zum Friedhof.

„Wir alle sind froh, dass es losgeht“

Der Neubau sei auch „finanziell ein großer Kraftakt und wir sind der Kommune sehr dankbar, dass sie uns unterstützt“, so Tecklenborg. Zudem beteiligt sich das Bistum Osnabrück und die Kirchengemeinde. Die Kapelle wird am 30. Mai geschlossen. Mitte Juni beginnen die Abrissarbeiten, Ende Juni der Neubau, der um die Weihnachtszeit fertiggestellt sein soll. Die Resonanz in der Gemeinde sei positiv: „Wir alle sind froh, dass es greifbar losgeht, was nicht infrage gestellt wird“, betont Sylvia Wilming.

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