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Nagelkissen eingesetzt Falschfahrerin nach 40 Kilometern bei Lingen gestoppt

Von dpa | 28.02.2017, 10:30 Uhr

Viele Geisterfahrten auf der Autobahn enden mit schweren Unfällen. Im Emsland blieb es jetzt bei Sachschaden, obwohl die Fahrerin gute 40 Kilometer in der falschen Richtung auf der A31 unterwegs war.

Erst nach einer rund 40 Kilometer langen Fahrt ist eine Geisterfahrerin auf der Autobahn 31 bei Lingen im Emsland gestoppt worden. Die 86-Jährige war nach Angaben der Polizei am Montagabend bei Gronau im Münsterland auf die falsche Fahrbahn geraten. Ein entgegenkommendes Auto versuchte, dem Wagen auszuweichen und prallte gegen die Leitplanke. Der Fahrer blieb unverletzt. Auch ein Polizeiauto konnte die 86-Jährige zunächst nicht stoppen.

Warum die Frau in die verkehrte Richtung fuhr, blieb zunächst unklar, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums in Münster, Antonia Linnenbrink. Trotz der langen Strecke von Gronau bis kurz vor Lingen sei es glücklicherweise bei dem einen Unfall mit Sachschaden geblieben.

Wenig Verkehr

„Häufig ist es so, dass es zu schweren Unfällen kommt, wenn jemand falsch auffährt“, sagte die Sprecherin. Möglicherweise sei zu dem Zeitpunkt gegen 20.45 Uhr nicht so viel Verkehr gewesen. „Die Kollegen haben versucht, sie zu stoppen, mit Lautsprechern, mit Blaulicht, mit Anhaltezeichen, mit der Haltekelle – das alles hat leider keine Wirkung gezeigt“, sagte Linnenbrink.

Nagelkissen stoppten die Fahrt

Gestoppt wurde die Falschfahrerin schließlich von der Polizei im Emsland mit „Stop-Sticks“. Dabei handelt es sich um Nagelkissen, die auf die Fahrbahn gelegt werden und bewirken, dass aus den Reifen kontrolliert die Luft entweicht, bis der Wagen stehen bleibt.

Bei der ersten Befragung der 86-Jährigen hatten die Beamten den Eindruck, dass sie möglicherweise verwirrt war, wie der Sprecher der Polizeiinspektion Emsland, Achim van Remmerden, sagte. Ermittelt wird gegen die 86-Jährige nun wegen Unfallflucht und Gefährdung des Straßenverkehrs.