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Nachhaltige Projekte durch FÖJ Im LWH-Garten ist Verena Barth täglich im Einsatz

Von Johanna Dust | 19.07.2014, 10:03 Uhr

Über 200 Dachziegel stehen im Garten des LWH, nicht geordnet sondern verstreut in den verschiedenen Beeten. Aufgestellt und mit lateinischen Namen versehen hat sie Verena Barth, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Ludwig-Windthorst-Haus (LHW) absolviert.

Auf den Dachziegeln hat sie die Namen der dort wachsenden Pflanzen geschrieben. Es war eines von mehreren Projekten, die sie in den vergangenen zwölf Monaten verwirklicht hat. Mit dem Abitur hatte Barth im letzten Jahr ein großes Ziel erreicht. Doch wie sollte es danach weitergehen? „Ich wollte etwas Praktisches machen und mich nicht gleich wieder in die Theorie stürzen“, erinnert sie sich. Im Internet hat sie sich über freie Stellen für ein FÖJ informiert und sich daraufhin beim LWH beworben. Das FÖJ soll jungen Menschen die Chance geben, im Umwelt- und Naturschutz mitzuarbeiten. Die Aufgabenbereiche sind vielfältig und von den Einsatzstellen abhängig.

Zu der Zeit wohnte Barth in Osnabrück. Die Stelle, auf die sich drei junge Leute beworben hatten, bekam Barth und freut sich heute, in der letzten Woche des FÖJ: „Die Arbeit ist so, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Ich arbeite draußen – egal ob es regnet oder die Sonne scheint.“ Bei Treffen mit anderen Freiwilligen habe sie erfahren, dass dies jedoch nicht der Regelfall ist: „Viele sitzen den ganzen Tag im Büro und sind hauptsächlich für die Planung von Naturschutzprojekten zuständig.“ Das Planen gehörte auch zu den Aufgaben, die Barth in ihrem FÖJ bekam, hauptsächlich war sie jedoch für die Umsetzung verantwortlich. Zusammen mit dem Gärtner des LWH und einem Mitarbeiter vom Christophorus-Werk betreut sie eine Fläche von circa 11000 Quadratmetern.

Seit dem Jahr 2000 arbeiten bereits FÖJler im LWH. Die jungen motivierten Menschen seien eine Bereicherung für das Team und brächten einen langfristigen positiven Einfluss, erklärte Studienleiter Michael Brendel: „Durch verschiedene Projekte haben sich die jungen Leute in den Anlagen verewigt und tragen zum einen zur Erhaltung der Natur und zum anderen zur Ästhetik des Gartens bei.“ Der Gedanke der Nachhaltigkeit stehe auch in Zusammenhang mit dem Wunsch nach einem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung, meinte Brendel.

Eine mehrjährig blühende Blumenwiese hat Barth als Abschlussprojekt angelegt. Gefördert wurde dies von der Bingo-Umweltstiftung. Das Gelände werde durch die Wiese ökologisch aufgewertet: „Bienen finden dort eine Futterquelle.“ Einige Insekten haben sich dort bereits eingefunden. Ein weiteres Projekt hat Barth von einem Vorgänger übernommen und zu Ende geführt: Am Freitag wird ein neu gebauter Rosenpavillon eingeweiht. „In den Wintermonaten habe ich mit dem Gärtner des LWH, Matthias Bruns, den Pavillon selbst geschweißt“, erklärt Barth.

Die Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz vergibt jährlich über 250 Plätze für ein FÖJ in Niedersachsen an 200 Einsatzstellen. Wildkräuter jäten, Stauden pflanzen oder Hecken schneiden wird Barth in nächster Zeit nicht mehr, sie beginnt ein Studium der Erziehungs- und Sozialwissenschaften in Vechta. Das FÖJ habe ihr nicht nur Zeit gegeben, über die Wahl einer Ausbildung nachzudenken, sondern auch durch die Eindrücke geholfen, meint sie: „Es war spannend den Arbeitsalltag in einem größeren Betrieb zu erleben. Die Kommunikation mit einem Menschen mit Behinderung war außerdem eine wichtige Erfahrung.“