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Mit falschen Papieren zum Kredit Betrugsprozess gegen Emsländer in Osnabrück

Von Sven Lampe | 13.06.2016, 19:36 Uhr

Wegen schweren Betruges müssen sich jetzt zwei Versicherungsmakler, einer von ihnen aus dem südlichen Emsland, vor dem Landgericht Osnabrück verantworten.

Der 64-jährige Emsländer und sein 38-jähriger Kompagnon sollen 2009 und 2010 mithilfe gefälschter Papiere auf die Namen nicht existenter Personen Kredite in Höhe von rund 120.000 Euro erschwindelt haben.

Laut Staatsanwaltschaft soll sich der Emsländer gemeinsam mit einem gesondert verfolgten Mann zusammengeschlossen haben, um von einer bundesweit tätigen Konsumentenbank Kredite zu ergaunern. Das Prinzip war immer gleich „um nicht zu sagen eintönig“, wie es der Vorsitzende Richter formulierte. Mit ganz oder teilweise gefälschten und auf Phantasienamen ausgestellten Ausweispapieren und Verdienstbescheinigungen soll der 64-Jährige zunächst Konten eröffnet und dann Kredite in Höhe zwischen 10.000 und 15.000 Euro beantragt haben. Dabei nutzte er Verbindungen zu einer Bausparkasse, die mit der betroffenen Kreditbank zusammenarbeitet.

Auf Treu und Glauben gehandelt

Wie es in der Anklage heißt, soll der Emsländer die fingierten Anträge an verschiedene Mitarbeiter der Bausparkasse gegeben haben. Diese wiederum bestätigten mit ihrer Unterschrift, dass die Unterlagen korrekt waren und leiteten die Papiere an die Bank weiter. Die Betroffenen beteuerten vor Gericht, auf Treu und Glauben und auf Anweisung ihrer Vorgesetzten gehandelt zu haben - wohl wissend, dass sie ihre Unterschrift eigentlich nicht unter die Dokumente hätten setzen dürfen. Das hätten sie nur gedurft, wenn der jeweilige Antragsteller in Person vor ihnen gestanden hätte. Was er nicht konnte, da er gar nicht existierte. Nachdem die Betrügereien aufgeflogen waren, mussten alle drei Bankmitarbeiter arbeitsrechtliche Konsequenzen von der Abmahnung bis zur Kündigung tragen.

Eingeschleust oder nicht eingeschleust?

Im Laufe der Zeit wurde laut Staatsanwaltschaft der zweite Angeklagte in die Bausparkasse „eingeschleust“, um ohne weitere Umwege Kreditanträge zu legitimieren. Der 38-jährige wies den Vorwurf des eingeschleust worden seins, zurück, er habe freiwillig dort angefangen, weil er sich fachliches Rüstzeug habe schaffen wollen, um später in das Versicherungsgeschäft des anderen Angeklagten einzusteigen. Ansonsten will er von illegalem Treiben nichts gewusst haben.

Rabatt aufgrund Überlastung des Gerichtes

Der 64-Jährige zeigte sich vor Gericht weitestgehend geständig. Wohl auch deswegen, weil sich Anklage, Verteidigung und Gericht im Falle der Geständigkeit auf ein maximales Strafmaß von knapp drei Jahren geeinigt hatten. Davon werden ihm vermutlich noch sechs Monate erlassen. Und zwar deswegen, weil das Verfahren aufgrund von Überlastung verschiedener mit dem Fall befasster Kammern des Landgerichtes Osnabrück seit mehreren Jahren ruhte. In einem solchen Fall sieht die Rechtssprechung einen „Rabatt“ vor.