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Maskottchen und Helga Feierstimmung trotz Regen: Campen beim Abifestival 2016

Von Julia Kleene, Julia Kleene | 26.06.2016, 12:00 Uhr

Wer um 6 Uhr morgens schon von lauter Musik und gröllenden Jugendlichen geweckt wird, befindet sich wahrscheinlich auf dem Zeltplatz des Abifestivals in Rund 2000 Besucher feierten 2016 bis tief in die Nacht und zelteten danach direkt auf dem Campinggelände.

Zahlreiche Bierdosen, Campingstühle und Pavillons fliegen über den Platz. Mittendrin: Eine Gruppe von sieben Jungs aus Nortrup, die schon zum fünften Mal auf dem Abifestival campen. Für sie beginnt der Tag morgens um 6 Uhr mit einem kühlen Bier und endet spät nachts mit einem kühlen Bier. Trotz des strömenden Regens am Samstagmorgen verbreiten die Jungs Feierlaune in ihrer Umgebung. „Hurra dieses Fest geht unter“, singen sie, als immer mehr Wasser vom Himmel fällt. „Regen wird nicht reichen, damit wir nach Hause fahren“, sagt Marco Bieler. Der 20-Jährige sehe den einzigen Grund für eine vorzeitige Abreise, wenn kein Bier mehr vorhanden wäre, oder das Festival vom Veranstalter abgesagt würde. (Weiterlesen: Der Liveticker zum Nachlesen)

Maskottchen gehört zur Camping-Grundausstattung

Doch warum erfährt das Campen bei Festivals eine solche Beliebtheit? Nicht vorhandene Duschen, überfüllte Toiletten, eine Menge Müll und mindestens genau so viel Matsch sorgen nicht unbedingt für Wohlbefinden. „Wir schätzen das nachbarschaftliche Verhältnis zu allen Festivalgängern“, sagt Bieler. Den gesamten Tag Lieder zu singen, die Füße ins Planschbecken zu halten und verrückte Aktionen mit den Freunden zu starten, seien für ihn die Hauptgründe zum Zelten. Zur Standardausstattung gehört für sie: „Eine Menge Bier, einen Gartenzaun für den Pavillonvorgarten und ein Maskottchen.“ In diesem Jahr ist dies ein kleiner grüner Alien, auf dem sich alle Gäste verewigen müssen. (Weiterlesen: So war es am Freitag beim Abifestival 2016)

Wo ist Helga?

Wer als Festival-Neuling zeltet, wundert sich schnell über zahlreiche „Wo ist Helga?“-Rufe, die über das gesamte Campgelände schallen. Doch was hat es damit auf sich? „Das wissen wir selbst nicht genau“, sagte der Nortruper Nick Kantner. Angeblich ist dieser Running Gag auf dem Hurricane entstanden, als nach strömendem Regen das Hochdruckgebiet Helga angekündigt wurde. Dieses kam jedoch nicht, sodass seitdem das Ritual besteht, in Hoffnung auf gutes Wetter nach Helga zu rufen.

Keine Schlammschlacht

Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht beim Abifestival 2016. Bis zum Samstagabend regnete es beständig. Auch dem Campingplatz war das mehr und mehr anzusehen: Zwar entwickelte sich keine Schlammschlacht, weil der Boden sich als bemerkenswert saugfähig erwies, doch die Nässe war unaufhaltsam. Viele Besucher packten deshalb schon lange vor den Hauptacts SSIO und Lance Butters ihre Zelte zusammen. Sie zogen davon - entweder, um ihre sieben Sachen in Autos an der Emslandarena zu packen oder um heimzufahren.