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Lesen in den Ferien Hunderte Kinder bei Eröffnung des Julius-Clubs in Lingen

Von Jessica Lehbrink, Jessica Lehbrink | 11.06.2016, 12:44 Uhr

„Die Zeit der gelben Taschen hat wieder begonnen“, freut sich Josef Lüken, Leiter der Stadtbibliothek Lingen bei der Eröffnung des Julius-Clubs 2016. Zum zehnten Mal stürmten lesebegeisterte Kinder nach einer Auftaktveranstaltung in der Kreuzkirche die Bibliothek, um die besten Bücher für sich zu ergattern.

„Ich freue mich wieder, miterleben zu dürfen, wie ihr alle gleich in die Stadbibliothek lauft, ja rennt und es gar nicht erwarten könnt, bis wir das Band durchschneiden und den Startschuss für den diesjährigen Julius Club geben“, richtet sich Bürgermeister Heinz Tellmann an die vielen Kinder mit glänzenden Augen. In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek sei Lingen einer der größten Julius-Clubs in der Umgebung, berichtet Sven Wohkittel von der VGH-Regionaldirektion Lingen. „Der Julius-Club kann nur wegen der Unterstützung der VGH-Stiftung so bestehen“, erklärt Lüken. 100 Buchtitel stellte die Stiftung in diesem Jahr wieder für die vielen Leseratten zur Verfügung.

Großer Zulauf

In 47 Lingener Schulkassen waren Lüken und die stellvertretende Bibliotheksleiterin Susanne Knocke unterwegs. Mit Erfolg: Bislang verbuchte die Stadtbibliothek 380 Anmeldungen für den Julius-Club sowie sage und schreibe 205 entliehene Bücher am offiziellen Eröffnungstag. „Der Zulauf in Lingen ist wahnsinnig groß“, betont Rainer Rudloff, einer der besten professionellsten Leser Deutschlands. Seine kindgerecht aufbereitete Lesung aus dem Buch „Fett Kohle“ von Dorit Linke mit gemimten Geräuschen, Requisiten und einer Darstellung, welche alle Zuhörer direkt in die Geschichte hineinversetzte, war, neben der Freigabe der Julius-Club-Bücher, ein Höhepunkt für die Besucher. „Mir geht es darum, Lernen mit Freude zu vermitteln. Sprache quicklebendig zu machen – das ist mein Fable“, erzählt der vierfache Vater aus Lübeck, der in ganz Deutschland unterwegs ist. Das Rudloff seine Erfahrungen aus seinem Schauspiel-Studium dabei zu Gute kommen, wird dabei deutlich. „Im Vorlesen steckt einfach mein ganzes Herzblut“, hebt er hervor. Großen Zuspruch und einen tosenden Applaus erhielt er dementsprechend von allen jüngeren und älteren Kindern, die zum Teil von ihren Eltern begleitet wurden.

Wie ein Film im Kopf

Von Anfang an dabei ist die 14-jährige Christina Meemann: „Ich war zehn als ich angefangen habe, wurde aber in dem Jahr elf und durfte deshalb mitmachen. Toll finde ich am Lesen, dass man sich alles ausdenken kann und es im Kopf irgendwann zu einem Film wird.“

Viel Fantasie und der ein oder andere Film im Kopf wird auch bei den zahlreichen weiteren Jungen und Mädchen in den nächsten zwei Monaten eine große Rolle spielen. Die Anmeldungen für die Veranstaltungen des Julius-Clubs sind am Freitag gestartet. Vom 11. bis zum 23. Juli hat die Stadtbibliothek allerdings geschlossen. Wer trotzdem nicht auf seinen Lesespaß verzichten möchte, kann sich die Julius-Club-Bücher in der Touristikinformation der Stadt Lingen ausleihen.

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