Ein Artikel der Redaktion

Kräfte proben Zusammenarbeit Großübung an ehemaliger Lingener Schule

Von Wilfried Roggendorf | 27.01.2014, 08:46 Uhr

In der Schule „Am Wall Süd“ hat es eine Gasexplosion gegeben. In einem stark verqualmten Gebäudeteil brennt es. Treppen sind unpassierbar geworden, Schüler liegen verletzt unter Trümmern.

Dieses Übungsszenario bietet sich den Einsatzkräften, die nach und nach eintreffen. Die Feuerwehr Lingen ist als Erstes vor Ort. „Wir hatten bei dieser Übung zunächst die Einsatzleitung, haben diese dann an die technische Einsatzleitung (TEL) des Landkreises übergeben“, beschreibt Daniel Herbers, Pressesprecher der Lingener Feuerwehr , eine erste Hürde.

Es wird nicht die letzte sein. Die Arbeit von vier Hilfsorganisationen und ihren 180 Übungsteilnehmern muss koordiniert werden. Norbert Kalmer, Zugführer beim THW Lingen , verweist auf den Einsatz von gemischten Teams. So seien Atemschutzträger der Feuerwehr und des THW gemeinsam in das verqualmte Gebäude vorgegangen. „Das hat gut geklappt.“ Durch die Bildung gemischter Einsatztrupps sei eines der Übungsziele, die Arbeitsweise des jeweils anderen kennenzulernen, erreicht worden, sagt Herbers.

Doch nicht nur die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte in den Gebäuden muss funktionieren. Ohne das Zusammenspiel auf der Führungsebene geht nichts. Kalmer äußert sich nach der Übung positiv. „Die Kommunikation zwischen den verschiedenen Organisationen hat funktioniert.“ Es sei zum ersten Mal der MANV-Plan (Massenanfall von Verletzten) des Landkreises durchgespielt worden. „Wir haben Erfahrungen gesammelt und werden diese auswerten.“

Die gute Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen unter Führung der TEL betonen auch Einsatzleiter Bernd Köbbemann von der Rettungshundestaffel Lingen und Oliver Lippert, Leiter der Schnell-Einsatzgruppe des DRK (SEG). Trotzdem haben beide ihre ersten Lehren aus der Übung gezogen. Die Kommunikation untereinander war ein Problem. Lippert: „Ich habe bei der SEG kleinere Mängel in der Zusammenarbeit zwischen den Führern und den Helfern erkannt.“ Aber dafür seien Übungen schließlich da. Köbbemann hat teilweise Schwierigkeiten mit dem Funk festgestellt, wenn sich die Rettungshundeführer in den Gebäuden befanden.

Hohe Professionalität

Alle Führer der an der Übung beteiligten vier Rettungsorganisationen bescheinigen den ehrenamtlichen Helfern ein hohes Maß an Professionalität. Die Feuerwehr ist sofort vor Ort, dringt schnell in das verqualmte Gebäude ein, rettet die ersten Opfer der vermeintlichen Gasexplosion. Das DRK rückt nur wenig später an, kümmert sich um die „Verletzten“, dargestellt von geschminkten Mimen des DRK Lingen. Das THW setzt Mittel ein, die altmodisch vorkommen, aber aktuell sind, wenn die beste Technik nicht weiterhilft. Über als „schiefe Ebene“ aufgestellte Leitern bringen die Helfer „Verletzte“ aus dem Obergeschoss des Schulgebäudes nach unten. Bei der Bergung mittels „Schleifkorbtragen“ ziehen Feuerwehr und THW im wahrsten Sinne des Wortes an einem Strang. Und dies auch mit der Stadt Lingen, wie Feuerwehrsprecher Herbers erläutert. „Es bot sich an, eine solche Übung auf dem Gelände der ehemaligen Schule, die jetzt abgerissen wird , durchzuführen.“