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Kosten müssen im Rahmen bleiben Kulturausschuss möchte WKT auch 2018 wieder in Lingen

Von Caroline Theiling | 03.03.2016, 19:39 Uhr

Die Stadt Lingen soll sich für die Ausrichtung des Weltkindertheaterfestes (WKT) 2018 bewerben. Das haben die Mitglieder des Kulturausschusses in der jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Vorausgegangen war jedoch eine ausgiebige Diskussion.

In der CDU-Fraktion sei das WKT ein großer Diskussionspunkt gewesen, berichtete Irene Vehring, nicht zuletzt wegen der beachtlichen Kosten. Dennoch sei man sich einig, dass die Veranstaltung ein „kulturelles Alleinstellungsmerkmal“ sei und sie die Wahrnehmung des Theaterpädagogischen Zentrums (TPZ) nach außen hin stärke. Man fürchte, dass es zunehmend schwerer werde, Sponsoren zu finden. Ihre Fraktion sei für die Durchführung des WKT in Lingen unter der Voraussetzung, dass es für die Stadt nicht über den Zuschuss von 250.000 Euro gehe, die schon im Jahr 2014 einflossen.

Weicher Standortfaktor

Auch Volker Becker (Bürgernahe) sah den „großen Brocken“, was die Finanzierung anging. Das WKT sei jedoch ein „herausragendes Projekt“. Gerade im Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingssituation sah er hier auch viele Möglichkeiten. Ein „grundsätzliches Ja“ kam ebenfalls von den Grünen. Ihr Vertreter Ibrahim Hassan regte allerdings eine Verschiebung um ein oder zwei Jahre an. Dem hielt TPZ-Leiter Harald Volker Sommer entgegen, dass der Rhythmus von der AITA vorgegeben sei und eingehalten werden müsse. Das unterstütze auch Björn Roth (CDU). Er sah in dem WKT neben dem Theater und der Arena einen „weichen Standortfaktor“, mit dem Lingen als Stadt werben kann. Und wenn man erst mal nicht mehr unter den austragenden Städten sei, sei es vermutlich auch schwer wieder „reinzukommen“.

Überregionale Wahrnehmung

Für die liberale Fraktion betonte Godula Süßmann, dass man sich sofort für Lingen als Veranstaltungsort ausgesprochen habe. Ein solches internationales Begegnungsforum von Kindern sei gerade im ländlichen Raum sonst kaum gegeben. Wichtig sei allerdings die Optimierung der Pressearbeit.

„Die überregionale Wahrnehmung in der Presse hat nicht immer etwas mit der Qualität der Arbeit zu tun,“ verwies Sommer auf das zurückliegende WKT, bei dem es einige Unstimmigkeiten wegen der Berichterstattung gegeben hatte. Man könne das Kommen beispielsweise des NDR nicht beeinflussen. Anders sei es bei Formaten wie „Linanza“. Da sei der NDR Ausrichter gewesen und habe daher eine große Präsenz gezeigt. „Der NDR hat eine öffentliche Aufgabe, man muss ihn anfordern, vielleicht als Co-Sponsor ins Boot holen,“ regte Robert Koop von den Bürgernahen an.

Schirmherr soll präsent sein

Wichtig sei auch, die Schirmherrschaft jemandem zu übertragen, der dann bei der Veranstaltung auch da ist. Nur zu wissen, dass die Kultusministerin dieses Amt übernommen hat, sei zu wenig, Jemand wie Till Schweiger würde sicherlich die Wahrnehmung stärken, schlug Jürgen Herbrüggen (CDU) vor. Das unterstütze auch Martin Kolbe vom Kulturforum St. Michael. „Man muss nach Promis gucken, auch wenn man das vielleicht nicht so gut findet. Außerdem müsste das Thema zur Chefsachse gemacht werden. Dieter Krone sollte nach Hannover fahren und dort das persönliche Gespräch beispielsweise mit dem Fernsehen suchen.