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Kooperation beim E-Learning Digitaler Wandel bei der VHS Lingen

Von Christiane Adam | 25.06.2016, 09:00 Uhr

Dass das Internet und die sogenannten Neuen Medien die Informationswelt verändert haben, ist bekannt. Dadurch haben sich auch für das Lernen und die Bildung ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Die Volkshochschule (VHS) Lingen hat sich gemeinsam mit vier weiteren VHS – Ammerland, Norden, Osnabrück und Papenburg – zum Projekt „eLearning und LebensLangesLernen (eL4)“ zusammengeschlossen, um den digitalen Wandel in der Erwachsenen- und Weiterbildung aktiv zu gestalten.

Jetzt hat das Netzwerk „eL4“ in einer Pressekonferenz über Pläne und Ziele berichtet. Um dem besonderen Charakter des Netzwerks Rechnung zu tragen, haben die fünf VHS sowie der Verein ELAN aus Oldenburg die Pressevertreter zu einer Videopressekonferenz eingeladen. An allen sechs Standorten hatten sich Vertreter der Bildungseinrichtungen mit Mikrofonen und Webkameras vor die Bildschirme gesetzt, und die Journalisten konnten auf diese Weise alle Verlautbarungen mitverfolgen, ohne ihren eigenen Standort wechseln zu müssen.

Ergänzung zum Präsenzunterricht

Prinzipiell habe man damit bereits eine mögliche Anwendung des E-Learnings aufgezeigt, so Ute Bischoff, Geschäftsführerin der VHS Lingen. An Kursen teilzunehmen, ohne das Haus verlassen zu müssen, sei eine nützliche Art, wenn es etwa um sehr umfangreiche, über einen langen Zeitraum laufende Lehrgänge gehe. Auch die Möglichkeit, Unterrichtseinheiten im Internet zu hinterlegen, so dass Kursteilnehmer sie dann bearbeiten können, wenn sie Zeit dazu haben, könne eine sinnvolle Ergänzung zum gewöhnlichen Präsenzunterricht sein, betonte Axel Bullwinkel von der KVHS Norden.

Konzepte gehen nicht verloren

Nach dem Ende der vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Pilotphase zwischen Juli 2012 und Dezember 2015 haben sich die fünf VHS im Nordwesten entschlossen, den eingeschlagenen Weg über die Förderphase hinaus als Netzwerk eL4 weiterzuverfolgen. Das vom in Oldenburg ansässigen Verein ELAN betreute Netzwerk ist offen für weitere Bildungseinrichtungen. Als Beispiel für eine sinnvolle Anwendung habe sich etwa der Kurs zum geprüften Finanzbuchhalter erwiesen, erläuterte Peter Kolodzey, in Lingen für den Bereich Beruf/digitale Welt zuständig. Einmal erarbeitete Konzepte könnten so für künftige oder auch andere Bildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden. „Bei Personalwechsel geht Wissen nicht verloren“, sagt Kolodzey.

Skepsis von Dozenten ernst nehmen

Dass hierbei auch Skepsis von Dozenten ernst genommen werden müsse, betonte unter anderem Geschäftsführerin Natascha Hartleif aus Papenburg. Fragen des Urheberrechts von Unterrichtskonzepten, die digital verfügbar sind, seien durchaus verständlich. „Herausforderungen in der Pilotphase lagen vor allem im Menschlichen, nicht so sehr im Technischen“, sagte sie in ihrer Zusammenfassung der letzten Jahre. Ohne den Menschen geht es nicht – das betonte auch Winfried Krüger, Geschäftsführer aus dem Ammerland: „Die VHS ist klassisch ein Bereich des sozialen Lernens. Wir werden auch weiterhin auf Lernen in kleinen Gruppen vor Ort setzen.“

Nicht jeder Kurs eignet sich

„Nicht jeder Kurs eignet sich für E-Learning. Allerdings sind wir überrascht, welche Kurse teilweise unsere interne Plattform nutzen. Unser Frauenchor beispielsweise nutzt die Plattform für Terminabsprachen oder das Hochladen von Fotos nach Auftritten“, freut sich Ute Bischoff über die Akzeptanz in Lingen. Ein Demonstrationszugang ist auf der Seite der VHS Lingen zu finden.

Dass das Technische allerdings auch hier und da hakt, zeigte sich an zeitweiligen Übertragungsproblemen, die Carl-Heinrich Bösling, Osnabrücker Geschäftsführer, mit dem Wort „Vorführeffekt“ augenzwinkernd kommentierte.

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