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Konzert mit Stefanie Löning Virtuose Klänge für das Lingener Hospiz

Von Peter Müller, Peter Müller | 14.06.2016, 16:33 Uhr

Ein rundum gelungener Abend mit französischen Klängen ist das Konzert mit Stefanie Löning zugunsten des Vereins Lingener Hospiz im Professorenhaus gewesen.

Die in Lingen lebende Pianistin hatte ein einstündiges Programm unter dem Titel „Jeux d’eau“ mit französischen Komponisten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammengestellt und präsentierte es einer ansehnlichen Zahl von fast 70 Zuhörern im Professorenhaus Lingen. Das Wetter schien sich vom Konzerttitel inspirieren zu lassen und zeigte sich parallel dazu mit Wasserspielen von oben.

Reiche Klangwelt des Konzertflügels

Der Abend begann mit der impressionistischen ersten Sammlung der „Images“ von Claude Debussy aus dem Jahr 1904, zunächst die schwebenden Klänge der „Spiegelungen im Wasser“, dann eine Sarabande als musikalische Huldigung des französischen Barockkomponisten Rameau und das abschließende „Mouvement“, eine schillernde Toccata. Schon hier zeigte sich Stefanie Löning meisterhaft, die reiche Klangwelt des Konzertflügels zum Leben zu erwecken.

Kultivierter Anschlag

Ernster, dramatisch ging es weiter mit der 1. Sonate von Darius Milhaud, 1916 wohl unter dem Eindruck des ersten Weltkrieges entstanden: ein impulsiver Eingangssatz mit eingängigen Motiven, eine Pastorale und ein fulminantes Finale. Sehr spannend und sicher vorgetragen mit einem immer kultivierten Anschlag.

Kurzweilige Musik

Nach der Pause zunächst wieder ein Satz zum Thema des Abends, die impressionistischen „Jeux d’eau“ von Maurice Ravel von 1901, das älteste Werk des Abends.

Den Abschluss bildete das „Tagebuch eines Esels“, 1933 von Paul Ladmirault nach einem Kinderbuch des 19. Jahrhunderts komponiert. Der Komponist studierte bretonische und gallische Bräuche, so verwundert es nicht, dass seine Musik von volkstümlichen Motiven geprägt ist. Eine kurzweilige siebensätzige, liebevolle und abwechslungsreiche Musik in der Tradition von Vivaldi’s vier Jahreszeiten, natürlich in der Tonsprache der französischen Moderne.

Virtuose Zugabe

Alles in allem ein lohnender Abend, gekrönt mit einer virtuosen Zugabe, der spitzig-furiosen Toccata von Pierre Sancan von 1943.