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Kontroverse Diskussion über Tätigkeit der Beratungsfirma ExperConsult Weitere Vermarktung des Industrieparks Lingen: Ja, aber...

Von Carsten van Bevern | 01.12.2011, 06:53 Uhr

Leistet die ExperConsult Wirtschaftsförderung & Investitionen GmbH & Co. KG bei der Vermarktung des Industrieparks Lingen gute Arbeit? Diese Frage ist jetzt im städtischen Wirtschafts- und Grundstücksausschuss bei den Beratungen zur geplanten Verlängerung des Vermarktungsauftrages kontrovers diskutiert worden.

Letztlich einigte man sich – bei einer Nein-Stimme von Robert Koop, Ratsherr der Bürgernahen – darauf, den Vermarktungsauftrag um lediglich zwei Jahre und bei Vereinbarung eines Sonderkündigungsrechtes zu verlängern. Der Fachbereich Wirtschaftsförderung und Liegenschaften der Stadt hatte eine Verlängerung um drei Jahre vorgeschlagen. Das jährliche Honorar inklusive Sach- und Reisekosten liegt bei 49980 Euro.

„Die interdisziplinären Teams aus Betriebswirten, Controllern, Ingenieuren, Raumplanern, Rechtsanwälten sowie Finanz- und Marketingfachleuten entwickeln Perspektiven und bieten branchenübergreifende Lösungen für den langfristigen Erfolg von Unternehmen, Standorten und Projekten“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens mit dem Hauptsitz in Dortmund. „Wir waren schon bei der Diskussion vor einem Jahr von den Leistungen nicht so überzeugt. Was hat sich dort überhaupt getan, und warum sollten wir den Vertrag jetzt gleich um drei Jahre verlängern?“, kritisierte die SPD-Ratsfrau Edeltraut Graeßner.

Die Notwendigkeit einer solchen Beratung erläuterte der städtische Wirtschaftsförderer Helmut Höke: „Es gibt immer wieder Anfragen – und Klappern gehört zum Geschäft.“ Zudem werde es nach der beschlossenen Energiewende hier auch bei RWE und ANF sicherlich Veränderungen geben.

„Nicht einfach so weiterführen“ wollte allerdings auch Koop von den Bürgernahen den Vertrag und plädierte für die Vereinbarung einer Erfolgsprovision: „Das ist bei jedem Makler üblich.“ Martin Koopmann schlug schließlich im Namen der CDU-Fraktion eine zweijährige Verlängerung samt der Vereinbarung eines Sonderkündigungsrechtes vor. Diesem Vorschlag stimmten schließlich bis auf Robert Koop alle Ausschussmitglieder zu.