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Kommentar Wohnungsbaugesellschaft oder eine Genossenschaft?

Meinung – Carsten van Bevern | 21.03.2016, 18:52 Uhr

In Lingen soll mehr günstiger Wohnraum entstehen. Soll dafür eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft oder eine Wohnungsbaugenossenschaft gegründet werden? Betriebswirte sollten darüber entscheiden: schlicht in der Betriebsform, in der es günstiger realisiert werden kann. Ein Kommentar.

Eine Wohnungsbaugenossenschaft zur Schaffung von günstigem Wohnraum hat Charme, zumindest eine wie in Sögel: Die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder engagieren sich trotz teils hoher Arbeitsbelastung rein ehrenamtlich. Bei einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft müssten zumindest anteilig die Löhne städtischer Bediensteter einkalkuliert werden.

In Sögel engagieren sich viele Bürger, die den sozialen Zweck unterstützen wollen und nicht auf eine attraktive Rendite schielen. Aber auch bei einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft reicht am Schluss in der Bilanz die viel zitierte „schwarze 0“ – denn Zweck dieser Gesellschaft ist nicht eine möglichst hohe Rendite, sondern die Schaffung möglichst kostengünstigen Wohnraums. Diesem Ziel sollte sich die Auswahl der Betriebsform unterordnen, Betriebswirte sollten dies gut bewerten können. Diese Informationen aus Sögel und die Einladung von Heiner Pott in den Rat – warum eigentlich in nichtöffentlicher Sitzung? – sind gute erste Schritte.

Aber wer sich als Privatmann in diesem Bereich sozial engagieren möchte, kann auch abseits der Zeichnung eines Genossenschaftsanteils etwas tun. Man muss für seine Wohnung(en) ja nicht unbedingt den bei derzeitiger Wohnungslage sicher recht hohen maximalen Mietzins verlangen.

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