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Kommentar Angebote, die guttun

Von Thomas Pertz | 31.12.2016, 10:25 Uhr

Das Turmzimmer in der Lingener St. Bonifatius-Kirche ist keine Werbeplattform, um Menschen das „Produkt“ Kirche aufzudrängen, im Gegenteil, meint der Kommentator.

Suchet der Stadt Bestes: So heißt ein häufig zitierter Bibelvers. Er mag nicht immer und überall passen, aber für das Turmzimmer in der Lingener St.Bonifatius-Kirche und die Idee, die mit seiner künftigen Nutzung verknüpft ist, passt er sehr wohl. Wenn das Angebot angenommen wird, kann es eine Bereicherung für Lingener oder Besucher der Stadt sein, die ansonsten um die Kirche einen Bogen machen oder achtlos an ihr vorübergehen.

Gespräche wird es dort geben, Infomaterial, auch Bücher, vielleicht Wasser und Kaffee. Beitrittserklärungen für kirchenferne Besucher aber nicht. Das Turmzimmer ist keine Werbeplattform, um Menschen das „Produkt“ Kirche aufzudrängen, im Gegenteil.

Dass es von außen auch durch eine Seitentür erreichbar ist, ohne den Haupteingang der Kirche zu benutzen, ist mehr als nur eine baulich geschaffene Möglichkeit. Es drückt auch aus: Ich husch mal eben rein, vom Einkaufsbummel oder auf dem Weg dorthin, um zu sehen, was dort so ist – oder wer, um ins Gespräch zu kommen. Mehr nicht – aber wäre das nicht schon eine ganze Menge?

Dekanatsreferent Holger Berentzen möchte es herausbekommen. Das geht nur über Ausprobieren. „Niederschwellig“ sind diese Angebote, für jeden nutzbar, wie es im Fachjargon heißt. Hauptsache, sie tun gut.