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Jüngster Zuwachs heißt Carlos Helmut Büers züchtet Alpakas in Wietmarschen

Von Andrea Pärschke | 28.12.2015, 11:41 Uhr

Am Ende ist siegt die Neugierde des kleinen Carlos  doch. „Eigentlich sind Alpakas nicht gerne von ihrer Gruppe getrennt“, sagt Helmut Büers und beobachtet das jüngste Tier seiner siebenköpfigen Herde aufmerksam. Doch es ist nicht nur das aufgeweckte Wesen der Mini-Kamele, das den Wietmarschener auf die Idee brachte eine Zucht aufzubauen.

„Die Tiere gucken einen nur an und man ist einfach hin und weg“, erklärt  Büers die Faszination, die von den Tieren ausgeht. In den südamerikanischen Anden werden Alpakas, die für ihre Wolle bekannt sind, schon vor Jahrhunderten teildomestiziert. In Deutschland leben zurzeit ungefähr 9000 Tiere. Tendenz steigend. Helmut Büers hat schon vor vier Jahren  den Trend für sich entdeckt. Es ist vor allem die friedliche Ausstrahlung der kleinen Kamelart, die ihn berührt. Doch der Wietmarschener macht keine halben Sachen. Die Tiere zu halten, nur um sie anzusehen, reicht ihm nicht. Seit 2011 baut er eine Hobbyzucht auf. Seine zwei Zuchtstuten haben bereits drei Junge bekommen und aufgezogen.

Angste vor Höhlen, Löchern und geschlossenen Ställen

Der jüngste von ihnen heißt Carlos. Das wenige Monate alte Mini-Kamel ist heute dem Geruch der Möhrchen gefolgt und schließlich im urigen Stall gelandet. Nun betrachtet er forschend die Fotokamera. „Alpakas sind nicht anspruchsvoll“, erklärt Helmut Büers währenddessen: Artgenossen, eine große Weide, Stroh und immer mal wieder Möhrchen schnuppen. Das war’s.  Und so stand der Entschluss bald fest: Eine Anhängerladung  mit naturbelassenem Holz war schnell gekauft. Die Ställe zimmerte Helmut Büers selbst. Auf das urige Ambiente, das die Hütten ausstrahlen, kommt es ihm allerdings nicht an. Seinen Mini-Kamelen ist vor allem die offene Bauweise wichtig. Denn während Alpakas Kälte und Wärme trotzen, fürchten sie dunkle Höhlen und Löcher  – auch geschlossene Ställe sind ihnen unheimlich. „Die Tiere lieben die Weite“, erläutert Helmut Büers.

Wie weit dieser Urinstinkt reicht, das erstaunt den Wietmarschener jedoch jedesmal von Neuem. Denn so leicht Carlos heute in den Stall gekommen ist, so sehr zieren sich er und seine Herde am Abend. „Wenn die Alpakas bereits im Stall sind und es dunkel wird, ist alles gut“, berichtet der Züchter. Doch erst nach Dämmerung hineingehen: keine Chance.

Zu Therapiezwecken genutzt

Mittlerweile ist auch Carlos Mutter in der Stalltür aufgetaucht. Ihr Junges beginnt augenblicklich zu „hummen“. Ein Geräusch, das irgendwo zwischen brummen, summen und zwitschern liegt und wie das Schnurren einer Katze wirkt: sehr beruhigend. Deshalb werden die Tiere nicht nur einmal jährlich geschoren, um Wolle zu gewinnen. „Sie könnten auch zu Therapiezwecken genutzt werden“, erläutert Helmut Büer. Das plant der Hobbyzüchter zurzeit allerdings noch nicht, denn seine Alpakas sind scheu. Doch er arbeitet mit ihnen, möchte sie in Zukunft auch zu Wanderungen mit Kindergruppen mitnehmen.

Doch mit alledem hat Carlos noch nichts am Hut. Mittlerweile ist das letzte Möhrchen aufgegessen. „Na komm, geh noch mal auf die Weide“, sagt Helmut Büers. Der kleine Hengst trabt los, seiner Mutter hinterher.

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