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Interview vor Auftritt in Lingen Wie ein kleiner Dachschaden Paul Panzer hilft

Von Jessica Lehbrink, Jessica Lehbrink | 08.02.2017, 20:24 Uhr

Ein geblümtes Hemd, ein markanter Sprachfehler und das eine oder andere Mal etwas inkorrekt: Paul Panzer tourt derzeit mit seinem Programm „Invasion der Verrückten“ durch Deutschland. Am 24. Februar kommt er damit in die Emslandarena. Im Interview erzählt Dieter Tappert, so sein bürgerlicher Name, von seiner Freude am Beruf als Comedian und anderen Dingen.

 Ihr aktuelles Programm heißt „Invasion der Verrückten“. Halten Sie sich selbst auch für ein wenig verrückt oder ist Ihre Rolle nur eine Rolle? 

Sind wir das nicht alle, ein bisschen ver-rückt? Ich glaube sogar, dass wir das sein müssen, evolutionsbedingt. Wären wir Menschen nicht damals schon ver-rückt gewesen, wir wären bestimmt nicht, wo wir heute sind. Ich glaube, einen kleinen Dachschaden haben wir alle. Die Frage ist nur, bei wem regnet‘s schon rein?

 Vor Ihrer Karriere als Comedian haben Sie eine Schweißerlehre absolviert, und anschließend Musik und Medienpädagogik studiert. An welchem Punkt haben Sie sich entschieden, die berufliche Schiene noch ein Mal zu wechseln und warum? 

Ich glaube, der Comedian hat schon immer in mir gesteckt. Ich bin schon immer der Klassenclown gewesen. Irgendwann habe ich dann die Liebe zur Bühne entdeckt und bin Bühnenclown geworden. Ich habe einfach erkannt, wer ich wirklich bin und was ich in meinem Leben machen möchte.

 Bereuen Sie Ihre Entscheidung, nicht in Ihrem ursprünglichen Beruf geblieben zu sein, an manchen Tagen? 

Bisher nicht. Ich liebe, was ich tue. Außerdem habe ich meine eigene kleine Werkstatt. Wenn ich mal Lust habe, was zu basteln, dann kann ich das jederzeit tun. So vermisse ich nichts.

 Wenn Sie sich noch ein Mal beruflich neu orientieren müssten, was würden Sie gerne tun? 

Wenn das Mal der Fall sein sollte, dann werde ich vielleicht Pilot in Alaska. Paketflieger. Den Pilotenschein habe ich ja schon seit einigen Jahren. Dann würde ich da rumdüsen und Pakete abwerfen. Und die Leute würden sich freuen. Ich glaube, das könnte mir Spaß machen.

 Wie oft kommt in Ihrem Privatleben als Dieter Tappert der Paul Panzer in Ihnen durch? 

Das passiert schon manchmal. Zum Beispiel, wenn unser Briefträger mir morgens zuruft „Herr Tappert, ich begrüße Sie!“ Dann ruft Paul immer zurück „Rrrrichtiiig!“

 Wie viele Auftritte auf der Bühne haben Sie eigentlich jährlich? 

Puh! Echt jetzt? Da müsste ich jetzt länger nachdenken, als das Interview dauert (lacht). Auf jeden Fall sind es eine ganze Menge. Soll ja auch jeder mal die Chance bekommen, mich zu sehen.

 Macht es Ihnen, trotz so vieler Auftritte, auch nach dem 20. Mal noch immer Spaß ihre Witze und Geschichten zu erzählen, oder wird es irgendwann einfach nur zur Routine? 

Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen und die Menschen zum Lachen zu bringen. Das Publikum ist ja immer wieder anders. Und genauso anders ist dann auch der Auftritt. Ich gehe auf die Leute ein und variiere das Programm auch schon mal, wenn ich merke, dass etwas besonders gut ankommt. Das wird nie langweilig.

 Sie haben sich eine kleine Welt um Ihre Kunstfigur Paul Panzer herum gebaut. Stecken hinter einigen Ihrer Geschichten auch ein Quäntchen Wahrheit und eigene Erfahrungen? 

Klar. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und wenn dann noch ein kleiner Dachschaden dazukommt... (lacht). Das hilft. Auf der Bühne erzähle ich aus dem Leben, aus meiner Sicht und auf Panzer-Art und die Leute lachen sich kaputt. Das kann man nicht erklären. Das ist einfach so. Ganz großartig.

 Eines Ihrer Markenzeichen ist das geblümte Hemd ganz im Stile der 70er-Jahre. Ganz unter uns: Können Sie es selbst noch sehen oder wünschten Sie sich, auf der Bühne auch etwas anderes tragen zu können? 

Das steht gar nicht zur Debatte. Dann gäbe es nämlich mächtig Ärger mit Hilde. Die legt mir ja immer die Klamotten raus. Und ich muss die dann auch anziehen. Da duldet sie keinen Widerspruch.

 Was kann das Publikum am 24. Februar in Lingen von Ihnen und Ihrer Show erwarten? 

Die werden sich wegschmeißen vor lachen. Wir werden einen richtig tollen Abend haben.