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„Integration durch Austausch“ 24 BBS-Schüler aus Lingen lernen auf Malta

01.07.2014, 11:09 Uhr

kim Lingen, In der Berufsausbildung zählt nicht nur das Erlernen von Fertigkeiten, sondern auch das Sammeln von Erfahrungen. Ein Auslandsaufenthalt bietet jungen Menschen die Möglichkeit, die Welt mit anderen Augen zu sehen. 24 Schüler der Berufsbildenden Schulen Lingen (BBS) haben deshalb am Förderprogramm „Integration durch Austausch“ (IdA) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales teilgenommen und ein Berufspraktikum auf Malta absolviert. In einer Abschlussveranstaltung haben sie Zertifikate erhalten.

Schaffe ich es, in einem fremden Land zu leben? Kann ich gut genug Englisch? Werde ich in einem Betrieb im Ausland klarkommen? Diese Fragen beschäftigten die BBS-Schüler aller Fachrichtungen vor ihrer Reise nach Malta. Nach ihrer Rückkehr konnten sie eindeutig alle Fragen mit „Ja“ beantworten.

Vom 6. April bis zum 17. Mai lebten sie in maltesischen Gastfamilien in der Stadt Sliema. Vier Wochen lang sammelten sie Berufserfahrungen in Betrieben. Ein zweiwöchiger Englischkurs an der Easy School of Language in Valetta half ihnen, ihre Englischkenntnisse im Vorfeld für die Arbeit im Betrieb aufzufrischen.

In ihrer Fotopräsentation, die sie mit schauspielerischen Elementen versahen, stellten die Schüler ihren Lehrern und Eltern ihre Eindrücke vor. Die Schüler erzählten von unpünktlichen Bussen und lauten Gesprächen, aber auch von Anerkennung im Betrieb und Spaß mit den Kollegen in den Pausen.

Lisa-Marie Schulz sagte, sie habe gelernt, „dass man für vieles offen sein, Neues akzeptieren muss und nicht mit verschränkten Armen darauf zugehen sollte“. Ungewohnt wäre es allerdings gewesen, zu sechst in einer Gastfamilie zu leben.

Juane Hassan hat ein Praktikum bei DHL gemacht. Sie ist überzeugt, auf der Rückfahrt mehr Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit im Gepäck gehabt zu haben. Daran, dass die Menschen dort viel lebhafter miteinander reden, sodass sie oft dachte, es würde gestritten, konnte sie sich schnell gewöhnen.

Auch Jennifer Hilger ist froh, teilgenommen zu haben. Sie habe viele positive Erfahrungen gemacht. Ihr sei aber auch klar geworden, „dass man nicht einfach in ein fremdes Land fahren kann, ohne sich damit auseinanderzusetzen“.

Entsprechend ist der Auslandsaufenthalt von der Nordhorner Firma „Arbeit Bildung Zukunft“ (abz) mit den Schülern bereits ab Dezember vorbereitet und bis zur Abschlussveranstaltung nachbereitet worden. Da die meisten der Schüler im Alter von 16 und 17 Jahren waren, haben Pädagogen von abz und Lehrer der BBS die Schüler vor Ort begleitet. Jürgen Landwehr, Lehrer der gewerblichen Fachrichtung, sagte: „Wir als Lehrer können das nur positiv sehen. Es wäre schön, wenn man dieses Projekt wiederholen könnte.“ Auch Lehrerin Elke Thole hob die Vorteile des Auslandspraktikums, von denen sie sich vor Ort überzeugen konnte, hervor: „Der Teamgeist war sehr viel stärker ausgeprägt, innerhalb der Gastfamilien mussten sich die Schüler ganz neu einstellen, und sie mussten Englisch sprechen. Die Schüler wurden voll gefordert. Auch habe ich unsere Schüler noch nie so pünktlich erlebt.“

Ulrich Abel, Geschäftsführer von abz, freute sich über durchweg positive Rückmeldungen von den Betrieben und Dozenten der Sprachschule. Dennoch sei der Aufenthalt kein Urlaub für die Schüler gewesen: „Es gab Momente der Verzweiflung, es gab Tränen und Heimweh.“ Deshalb lobte er die Schüler, trotzdem nicht aufgegeben zu haben. „Wenn ihr so weitermacht wie auf Malta, dann könnt ihr in eurem Leben einiges erreichen.“

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