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In Reuschberge Lingener Tafel begrüßt Flüchtlinge als neue Nachbarn

Von Wilfried Roggendorf | 06.06.2016, 19:30 Uhr

„Herzlich willkommen“ heißen Edeltraut Graeßner, Vorsitzende der Lingener Tafel, und Uwe Hilling, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Reuschberge, Flüchtlinge, die jetzt in die Unterkunft am Langschmidtsweg eingezogen sind.

„In Deutschland begrüßt man neue Nachbarn mit Brot und Salz“, erklärt Graeßner. Doch das traditionelle Geschenk zum Einzug ist nicht alles, was der mitgebrachte Präsentkorb enthält. Auch Obst, Kinderbücher und vieles mehr ist dabei. „Wenn Sie Hilfe brauchen, können Sie uns darum bitten“, erklärt Graeßner. Von dem Angebot, die Nähmaschine der Lingener Tafel nutzen zu können, ist eine Frau direkt angetan: „Nähmaschine ist gut“, sagt sie.

Flachgeschenk von der IG Reuschberge

Auch Hilling hat etwas mitgebracht. „Unser Geschenk übergebe ich an den SKM“, sagt Hilling und drückt Jennifer Schotter, die für die Betreuung der Flüchtlinge in Reuschberge zuständig ist, einen Umschlag in die Hand. „Davon können für die Kinder Spielzeug oder für die Bewohner der Unterkunft Gartenmöbel, sobald die Außenanlage fertiggestellt ist, gekauft werden“, schlägt Hilling vor.

Hilling zufrieden mit Standort

Zufrieden ist der Vorsitzende der IG Reuschberge mit dem Standort am Langschmidtsweg . „Das ist zentraler als der ursprünglich angedachte Standort auf dem Gelände des ehemaligen Offizierheims“, begrüßt es Hilling, dass die Stadt auf den Standortvorschlag aus Reuschberge eingegangen ist.

Besuch ist ein Zeichen des Respekts

Die Flüchtlinge, aktuell leben fünf Kinder und 14 Erwachsene in der für 30 Personen ausgelegten Unterkunft, bedanken sich für die Aufnahme. „Für uns ist Ihr Besuch ein Zeichen des Respektes“, sagt einer von ihnen und bietet seinerseits der Tafel und der IG Reuschberge Hilfe an. „Wenn wir es irgendwo können, packen wir gerne mit an“, versichert er.

Probleme offen angesprochen

Aber auch kleinere Probleme werden von beiden Seiten offen angesprochen. Graeßner mahnt: „Wenn Sie abends auf der Brücke über den Mühlenbach sitzen, strecken Sie doch bitte die Beine nicht bis auf die Fahrbahn.“ Im Halbdunkel habe eine Freundin von ihr diese Gefahrenquelle fast nicht erkannt. Die Flüchtlinge erkundigen sich nach einem Internetanschluss für die Unterkunft. „Wir brauchen das auch, um mithilfe von Videos Deutsch zu lernen“, übersetzt Dolmetscher Ibrahim Hassan einen der jungen Männer.

Internet kommt, aber wann?

Die Flüchtlinge, die überwiegend aus Syrien, aber auch aus dem Irak, dem Kosovo und der Elfenbeinküste stammten, würden einen Internetanschluss bekommen, versichert Schotter. Nur wann, das sei noch offen. „Da haben wir als SKM leider wenig Einfluss drauf, wann die Telekommunikationsfirma kommt“, so Schotter. „“Willkommen in Deutschland“ mit all den Problemen, die wir hier kennen, möchte man dazu sagen.