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Im Verkehrsausschuss BN Lingen ziehen Antrag auf Öffnung der Burgstraße für Radler zurück

Von Wilfried Roggendorf | 05.06.2018, 20:30 Uhr

Ihren Antrag, die Fußgängerzone in Lingen im Bereich der Burgstraße teilweise für den Radverkehr freizugeben, haben die Bürgernahen (BN) in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses der Stadt nach Kritik der anderen Parteien und der Verwaltung zurückgezogen.

Begründet hatten die BN ihren Antrag damit, dass durch die Öffnung der Burgstraße für Radfahrer vom Kreisverkehr bis Höhe Baccumer Straße oder Karolinenstraße die Besucherfrequenz erhöht werden könne. „Dies könnte zur Belebung der Straße beitragen“, sagte Ausschussvorsitzender Marc Riße (BN). Die Öffnung sollte zunächst bis Ende 2019 gelten. Danach solle die Verwaltung über die Erfahrungen damit berichten.

Lohmann: Teilfreigabe der Burgstraße kein „großer Wurf“

Georg Lohmann (CDU) sah in einer Teilfreigabe der Burgstraße nicht den „großen Wurf“. Er forderte, die Anwohner an einer solchen Entscheidung zu beteiligen. Sein Fraktionskollege Manfred Schonhoff bestand ebenfalls auf einer Rücksprache mit den Geschäftsleuten in der Burgstraße. „Der Antrag der BN ist verfrüht“, erklärte Schonhoff. Christdemokratin Annette Wintermann wies darauf hin, dass ihr Fahrrad schiebende Menschen den Auslagen in den Geschäften mehr Beachtung schenken könnten.

Über Zeiten nachdenken

Andreas Kröger (SPD) äußerte die Befürchtung, dass mit einer teilweisen Öffnung der Burgstraße ein Faß ohne Boden aufgemacht würde. Eine Ansicht, die sein Parteigenosse Ralf Plaggenborg teilte. „Geben wir an dieser Stelle den Radfahrern den kleinen Finger, ist morgen die Hand ab und die fahren überall“, sprach sich Plaggenborg gegen eine punktuelle Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer aus. Kröger schlug jedoch vor, über die Zeiten nachzudenken, in denen Radfahrer die Lingener Fußgängerzone befahren dürften. Bislang ist dies an allen Wochentagen von 18 Uhr abends bis 10 Uhr morgens erlaubt.

ADFC würde Öffnung begrüßen

Diesen Vorschlag von Kröger unterstützte Theresia Debeerst vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), die dem Ausschuss als sachkundige Person angehört. „Wir würden eine Öffnung der Burgstraße bis zur Karolinenstraße begrüßen“, gab sie die Haltung des Lingener ADFC wieder.

Zunächst mit Interessengemeinschaft und Anwohnern sprechen

Zweifel an der Begründung des BN-Antrages hatte Ibrahim Hassan (Grüne). „Ich weiß nicht, ob es durch eine solche Maßnahme eine Belebung der Burgstraße geben wird“, sagte er. Für die Verwaltung erklärte Lingens Erster Stadtrat Stefan Altmeppen, dass zunächst mit der Interessengemeinschaft Burgstraße und den Anwohnern gesprochen werden müsse. „Wir müssen ein ganzheitliches Konzept ausarbeiten und uns die Situation ganz genau ansehen“, erklärte der Erste Stadtrat. In der vorliegenden Form könne die Verwaltung den Antrag der BN nicht befürworten.

Folgen der Öffnung untersuchen

BN-Ratsherr Riße sah ein, dass er im Ausschuss für den Antrag seiner Fraktion keine Mehrheit bekommen würde und reagierte. „Ich ziehe den Antrag zurück“, erklärte er. Trotzdem ist das Thema nicht vom Tisch. Riße forderte die Verwaltung auf, die Folgen einer abschnittsweisen Öffnung der Burgstraße für Radfahrer näher zu untersuchen und die Ergebnisse in einer der nächsten Sitzungen des Verkehrsausschusses zu präsentieren.