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Im Herbst neue Drainage? Deichprobleme auch „In den Hornen“ in Lingen

Von Burkhard Müller | 15.07.2014, 20:54 Uhr

Tausende Liter Kanal- und Grundwasser werden, in unmittelbarer Nähe des Dortmund-Ems-Kanals, täglich durch die Pumpen an der Straße „In den Hornen“ im Lingener Norden abgeführt. Seit Dezember 2013.

Ein erster Versuch des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Meppen (WSA), den wasserdurchlässigen Deich im Jahr 2011 abzudichten, war fehlgeschlagen. Die sogenannte Deichfußsicherungsanlage oder Dammfußdrainage war anscheinend nicht korrekt am Damm der Wasserstraße angelegt worden, was den Effekt hatte, dass den Anwohnern „In den Hornen“ das Kanalwasser in die Kellerlichtschächte lief.

„Wir werden diese Art der Wasserhaltung noch bis zum Herbst aufrechterhalten müssen, um dann auf rund 150 Metern an dieser Stelle eine neue Dammfußdrainage einzubauen“, erklärte am Dienstag WSA-Mitarbeiter Markus Linke auf Nachfrage unserer Zeitung.

Untersuchungen hätten ergeben, dass der Deich in dem Bereich nicht nur Wasser aus dem Kanal, sondern auch Material aus dem Damm durchlasse. Zudem gäbe es hohe Grundwasserstände, deren Ursache sich, trotz Untersuchungen, nicht eindeutig klären ließen. „Fest steht, dass wir etwas tun mussten, damit nicht weiteres Material über das bis dato sehr offene Drainagesystem nach außen geschwemmt wird“, erklärte der Deichfachmann. Jetzt werde eine Drainage eingebaut, die ähnlich wie ein Kaffeefilter funktioniere. „Das Wasser wird durchgelassen und in die Ems weitergeleitet, und das Baumaterial bleibt im Damm – da wo es hingehört.“

Auf die Frage, inwieweit sich die Bürger darauf einstellen müssten, dass es zu weiteren Undichtigkeiten in dem Bauwerk kommen könne, erklärte Linke, dass mittelfristig nichts zu befürchten sei. „Allerdings müssen wir den Deich im Auge behalten, weil dieser aus reinem Sand relativ breit und ungedichtet gebaut worden ist. Zudem besteht kaum ein Höhenunterschied zwischen dem Kanalwasser und dem angrenzenden Hinterland.“

Bereits im Jahr 2005 war es auch zu Undichtigkeiten im Kanaldamm im Bereich des Bögengebietes gekommen, die jetzt anscheinend behoben sind. In einem Gutachten hieß es damals: „Das Kanalwasser erhöht den Grundwasserspiegel beidseitig des Kanals maßgeblich, wodurch die Vernässung im Hinterland des Bereichs Lingen zum Teil durch das Kanalwasser verursacht und die Grundwasserströmung verändert wird.“

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