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„Himmelsklang“ in allen Facetten Meike Leluschko und Jenny Ruppik in der Kreuzkirche Lingen

Von Peter Löning, Peter Löning | 22.08.2016, 11:45 Uhr

„Himmelsklang“ – trefflicher hätte man das jüngste Konzert in der Kreuzkirche nicht überschreiben können. Und das war wohl vielen Lingenern bereits vorher klar. So füllt sich das Kirchenschiff so erfreulich, dass Kantor Peter Müller mehrfach Programmzettel nachdrucken muss.

Für die fabelhafte Sopranistin Meike Leluschko ist es ein Heimspiel und mit ihrer Duopartnerin Jenny Ruppik an der Harfe bietet sich den Besuchern ein Abend betörender Schönheit in all ihren Facetten.

Der viel zu selten gehörte, so himmlische Klang der hier so gekonnt gespielten güldenen Konzertharfe paart sich vorzüglich mit schlanker und glockenklarer Stimme bei erfrischender Textverständlichkeit, dass es eine große Freude ist.

Gekonnt und klangschön beginnt das Programm mit Liedern von Wolfgang Amadeus Mozart. In bezaubernd warmer Begleitung der Harfe (im Original ist das Klavier gefragt) und mit zarter, leicht strahlender Stimme gesungen, lässt Meike Leluschko die Hörer tief hineinsinken in die zuckersüße mozartische Klangwelt.

Solostücke für die Harfe

Weitaus kantiger beinahe frech erscheint zunächst der Einstieg in drei von Benjamin Brittens „Folksong Arrangements“. Diese klingen lebendig authentisch als gepflegt hochstehende Folklore und endlich ebenso ein Hörgenuss.

Etwas bunter, wärmer und schmeichelnder, doch gleichfalls interessant klingen vier englische Volksliedarrangements des britischen Harfenisten David Watkins. Traumhaft hierbei vor allem die Interpretation des so populären Stücks „Scarborough Fair“.

Traumhaft ist auch der abschließende Block mit Liedern Gabriel Faurés. Einnehmend intensiv gestaltet und zu unfassbarer Schönheit gerundet beglückt das Duo mit diesen Stücken vollends.

Zwei Solostücke für die Harfe bereichern dieses Programm nicht ohne einen kurzen Exkurs in die Instrumentenkunde. Immerhin ist dieses so exotische Instrument eines der ältesten, denn schon König David im Alten Testament spielte die Harfe.

Jenny Ruppik brilliert mit der virtuosen Konzert-Etüde „La source“ des belgischen Harfe-Komponisten Alphonse Hasselmann überaus eindrücklich. Über sprudelnd sich ergießenden Akkordbrechungen bringt das Werk eine anmutige Melodie.

Träumerische Wirkung

Claude Debussys schrieb sein „Clair de lune“ ursprünglich für das Klavier. Hier in einer Bearbeitung für die Harfe wunderbar dargeboten entfaltet das Stück seine ganze träumerische Wirkung. Da gehen Blick und Gedanken unweigerlich himmelwärts.

Johannes Brahms schrieb seinerzeit die Melodie zu dem wohl schönsten und bekanntesten Schlaflied überhaupt. Das Duo gibt seinem Programm mit diesem Wiegenlied den I-Tupf und verabschiedet sich mit den Zeilen „Schlaf nun selig und süß, schau im Traum ‚s Paradies.“

Großen irdischen Dank für dieses himmlische Konzert.

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