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Grundstück gesucht Lingener Gruppe möchte als Gemeinschaft wohnen

Von Caroline Theiling | 29.10.2015, 08:21 Uhr

Eine Wohngemeinschaft, ein Pflegeheim, Pflege zu Hause ? Wie kann das Leben nach der Berufstätigkeit aussehen? Wo soll dann mein Lebenmittelpunkt sein? Wann muss ich mir Gedanken darüber machen? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Interessengruppe „Wohncafé“, die sich einmal im Monat im Mehrgenerationenhaus (MGH) in Lingen trifft.

Entstanden aus dem Programm „älter, bunter, weiblicher - Wir gestalten Zukunft!“ des Niedersächsischen Sozialministeriums in Zusammenarbeit mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten hat sich unter Federführung von Angelika Roelofs eine Gruppe gebildet, die sich regelmäßig trifft, um sich mit dem Thema alternatives Wohnen (im Alter) zu beschäftigen. Neben den Bürgern aus Lingen und dem Umland wird die Gruppe beratend unterstützt von Brigitte Rüschen, Wohnberaterin des Landkreises Emsland, Norbert Hoffschröer, Dienststellenleiter des Malteser Hilfsdienstes in Lingen, Dorit Homann-Perkuhn, Architektin und Wohnberaterin und Karin Lonnemann, die mit ihrem Mann bereits in Baccum eine Anlage für barrierefreies Wohnen errichten ließ.

Sie alle haben schon von der Wohngemeinschaft des ehemaligen Bremer Bürgermeisters Hennig Scherf gehört, der bereits seit vielen Jahren diese Wohnform für sich gewählt hat und damit sehr glücklich ist. Gemeinsam ist allen Teilnehmern des Wohncafés, dass sie nicht allein wohnen wollen. Doch bestehen innerhalb der Gruppe, deren Mitglieder zwischen 54 und 87 Jahre alt sind, unterschiedliche Interessen.

Während einige gern möglichst zentral und gemeinsam mit maximal acht Wohneinheiten wohnen möchten, können sich andere ein Leben in der Stadt nicht vorstellen. „Wir würden am liebsten generationsübergreifend wohnen, vielleicht mit jüngeren Bewohnern oben und wir dann unten, aber ganz sicher nicht in der Stadt“ so Werner Schnieders. Heinz und Brigitte Rieke dagegen wünschen sich, möglichst stadtnah ihren Lebensabend zu verbringen.

Das größte Problem für beide Interessenlagen besteht allerdings in der aktuell angespannten Lage auf dem Lingener Wohnungsmarkt. Das machte Lingens Stadtbaurat Lothar Schreinemacher bei einem Besuch des Wohncafés deutlich. Der Erwerb eines entsprechenden Grundstücks sei zurzeit sehr schwer. „Wir haben zurzeit einfach keine freien Grundstücke mehr, die zum Verkauf stehen,“ bremste Schreinemacher die Hoffnung der Anwesenden. Zuvor hatte er erläutert, dass für eine Wohnanlage mit ca. acht Wohneinheiten plus Gemeinschaftsräumen ein Areal von rund 1000 Quadratmetern erforderlich sei. Dabei legte er beispielhaft eine zweistöckige Bauweise zugrunde, pro Einheit etwa 60 Quadratmeter, plus entsprechende gemeinschaftliche Bereiche sowie Parkplätze.

Als Alternative könne eine bestehende Immobilie entsprechend umgebaut werden. Doch auch hier sei da Angebot sehr gering heiß es weiter. „Vielleicht gibt es ja jemanden, der ein großes Grundstück an seinem Haus hat und sich auch eine alternative Wohnform vorstellen kann,“ hofft die Gruppe auf weitere Mitglieder ihres Wohncafés, die das Projekt entscheidend voranbringen könnten.

In einem solchen Falle ist Dorit Homann-Perkuhn Ansprechpartnerin. Sie ist unter 0591/ 61070931 zu erreichen.