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Fertigstellung Ende des Jahres Bonifatius Hospital Lingen baut „Medical-Order-Zentrum“

Von Thomas Pertz | 10.01.2017, 20:10 Uhr

Bis Ende dieses Jahres soll das Logistikzentrum mit Laboreinrichtungen („Medical-Order-Zentrum“) des Lingener Bonifatius Hospitals fertiggestellt sein.

Darauf wiesen der Hauptgeschäftsführer der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft, Ansgar Veer, Geschäftsführer Martin Diek, Kuratoriumsvorsitzender Pastor Thomas Burke und der stellvertretende Vorsitzende Hermann Bröring im Gespräch mit unserer Redaktion hin.

Im Gewerbegebiet Ochsenbruch an der Schillerstraße wird das „Medical-Order-Zentrum“ der Versorgung der beteiligten Krankenhäuser mit Arzneimitteln und Medikalprodukten wie Verbandstoffen, OP-Bedarf und Implantaten dienen. Die Erdarbeiten haben bereits begonnen. Neben dem Lingener Krankenhaus und seinen Verbundpartnern in Sögel, Papenburg und Leer sind sieben weitere Hospitäler in Thuine, Haselünne, Friesoythe, im Cloppenburger Raum und die Fachklinik für Dermatologie in Bad Bentheim beteiligt.

Versorgung bislang aus Halle im „Am Hundesand“

Bislang erfolgte die Belieferung und Versorgung mit Arzneimitteln und Medikalprodukten aus einer Logistikhalle, die sich „Am Hundesand“ in Laxten befindet. Die Kapazitäten dort reichen aber für die St.-Bonifatius-Hospitalgesellschaft und den weiteren beteiligten Krankenhäusern an der Apotheke nicht mehr aus.

Das Bauvolumen für das Logistikzentrum inklusive Laborräume, zum Beispiel für die Herstellung von Arzneimitteln zur Krebstherapie, beträgt rund acht Millionen Euro. Das Logistikzentrum umfasst eine Grundfläche von 2600 Quadratmetern für das Lager und rund 900 Quadratmeter für Labore und Arbeits- und Büroflächen der Mitarbeiter. Platz für mögliche Erweiterungen ist ebenfalls da. Der Umsatz der Apotheke mit aktuell 44 Arbeitsplätzen beträgt nach Angaben des Bonifatius-Hospitals derzeit rund 30 Millionen Euro.

Weitere Häuser können mitmachen

Wie die Gesprächspartner der Redaktion deutlich machten, werden durch die Erweiterung der Lagerflächen und der Neukonzeption de Lagerlogistik, an der auch das Fraunhofer Institut mitwirkt, nicht nur die wachsenden Anforderungen der Apothekenkammer an Krankenhausapotheken erfüllt. Gleichzeitig würden auch die Abläufe in der Beschaffung, Lagerlogistik und Arzneimittelherstellung verbessert. Optionen zur Versorgung weiterer Krankenhäuser bestünden ebenfalls, betonte Veer. Wie das Präparat auf die Station komme, welche webbasierten Bestellvorgänge dahinter stünden, seien komplexe Fragestellungen. Eine zeitgerechte Versorgung rund um die Uhr sei sehr wichtig, betonte Diek.

„Das Ganze ist auf Zukunft ausgelegt“, unterstrich Bröring. Das Medial-Order-Zentrum bedeute „ein Stück Eigenversorgung für das Emsland.“ „Wir schaffen Sicherheit und Autonomie für unsere Häuser, weil wir an keiner anderen Versorgungsapotheke hängen“, sagte Veer.

Die Entscheidung sei eine weitere hervorragende Nachricht für den florierenden Wirtschaftsstandort Lingen, betonte Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone auf Anfrage der Redaktion. Gerade die sehr gute verkehrstechnische Lage – die Ulanenstraße mit direkter Anbindung an die Umgehungsstraße befindet sich in unmittelbarer Nähe – bietet nach seinen Worten ideale Voraussetzungen für das Logistikzentrum. Er sei sich sicher, dass dieser Ansiedlung im Gewerbegebiet Ochsenbruch weitere Unternehmen folgen werden.

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