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Exzellentes Blech „Mnozil Brass“ begeistern in Lingener Emslandarena

Von Peter Löning | 06.12.2015, 18:35 Uhr

So viel exzellentes Blech hat die Lingener Emslandarena bisher noch nicht erlebt. Seit über 20 Jahren weltweit unterwegs, hat am vergangenen Samstag das österreichische Blechbläserseptett „Mnozil Brass“ hier Halt gemacht, um etwa 600 Gästen einen unvergesslichen Abend zu bereiten – zwischen Genießen, Staunen und Lachen.

„Mnozil“ ist der Name eines Wiener Gasthauses, wohl unweit der Musikhochschule, und frei nach dem alten Musikerwitz, „Gehen drei Bläser an einer Kneipe vorbei…“, haben die Musiker sich wie es heißt genau dort zusammengefunden und ihren Grundstein gelegt.

„Mnozil Brass“ sind sieben exzellente Musiker mit nicht unerheblichem komödiantischem Talent; ein Ensemble, das in seiner aktuellen Show „Yes, Yes, Yes!“ Musik und Comedy auf allerhöchstem Niveau zusammenführt.

Klänge aus allen Ecken

In allem steckt Musik, sei es das Geräusch vom Verschieben der Stühle auf dem Bühnenboden oder gar das Quietschen entweichender Luft aus einem Luftballon. Für eine ‚Hommage‘ an die „Comedian Harmonists“ singen sie sogar. Alle Musik wird für das Programm herangezogen. Teilweise nur in Andeutung, mit kurzen Zitaten oder auch in voller genussvoller Länge fliegen hier Klänge aus allen Ecken der Musikgeschichte über die Bühnenkante.

Ohne ein gedrucktes Programm, mit einer Moderation, die einem überaus spanisch vorkommen mag („googles translátes“) und in seiner großen Zitatendichte finden sich die Hörer in einem lustigen Melodienrätsel. Selbst unter den vielen kundigen Hörern wird kaum jemand alle Titel erraten haben. Die klassischen Epochen waren vertreten, wie auch verschiedenste Stationen der Popmusik, Filmmusik und Volksmusik. Opernthemen, auch die Marseillaise waren ebenso dabei.

Von Captain Kirk bis Schostakowitsch

Musik von Fauré war zu vermuten, von Schostakowitsch, von Tom Jones Eric Clapton, wie auch vom Weihnachtsmann, Richard Strauß und Captain Kirk grüßten, so tat es auch Balu der Bär am Ende einer Balkan-brassigen Tanzbär-Nummer. Klang es hier im Bigband-Sound, fand man da den almdudelnden Posaunenchor oder eine gekonnt jazzende Kleinbesetzung. Nie aber verließen die inspirierten und ausgefeilten Arrangements die Höhen des perfekten Vortrags.

Alles garniert mit einem guten Stück Slapstick, mit Pantomime auch mit Artistik oder blankem Klamauk, dass man sich kugeln musste. Mit geringen Mitteln inszeniert, aber unglaublich treffsicher und lustig gemacht.

Grenzenlose Fantasie

Es begeisterte nicht nur, es überwältigte beinahe, mit welch‘ grenzenloser Fantasie, mit welcher Energie und mit welch‘ ungebremster Spielfreude die sieben Blechbläser ihr Programm darboten. Ohne ein einziges Mikrofon hüllten die Bläser die Arena in angenehm balancierten Klang. Diesem Konzert kann man nur eine Nachfolge wünschen – dann in einer dann ausverkauften Arena.