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ev1.tv gestartet Lokalfernsehen aus dem Emsland: „Die Nr. 1 auf der Fernbedienung“

Von Thomas Pertz | 21.10.2011, 05:45 Uhr

Die Nr. 1 auf der Fernbedienung? Marko Schnitker stellte die Frage und beantwortete sie gleich selbst. „Das kann doch nur ev1.tv sein“, gab der Moderator des neuen Lokalfernsehens für das Emsland und die Grafschaft Bentheim am Donnerstagabend in der Halle IV in Lingen den Gesellschaftern mit auf den Weg.

Über 100 Gäste hatten sich dort, wo im vergangenen Jahrtausend Lokomotiven repariert und heute digitale Pläne nicht nur geschmiedet, sondern verwirklicht werden, eingefunden, um der Premiere beizuwohnen. Seit Donnerstag ist ev1.tv nun Bestandteil des Kabelprogramms.

Über den Kabelkopf Lingen können 50000 Haushalte den Sender im südlichen und mittleren Emsland und in der Grafschaft Bentheim empfangen. Da alle Inhalte auch grenzenlos über www.ev1.tv aufbereitet werden, muss jedoch de facto niemand „in die Röhre“ schauen.

Medienhausstrategie

Nicht grenzenlos, aber doch sichtbar war die Freude der Gesellschafter Christoph Niemöller, Geschäftsführer der Neuen Osnabrücker Zeitung, Matthias Richter, Verlagsleiter der Grafschafter Nachrichten und Alex Backers, Toningenieur aus Meppen, über den Sendestart.

In einer Talkrunde mit Moderator Schnitker ordnete Niemöller Bewegtbild und Internet in die Medienhausstrategie 2016 der Neuen OZ ein. „Wir wollen aktuelle Themen den ganzen Tag über auf verschiedenen Kanälen spielen“, beschrieb Niemöller das Ineinandergreifen von Print-, Online- und Fernsehinhalten.

GN-Verlagsleiter Richter verwies darauf, dass das verstärkte digitale Angebot eine Möglichkeit für die Tageszeitung darstelle, zusätzliche Leser zu binden. Alex Backers, der seinen Web-Sender „Ems-TV“ in das neue Lokalfernsehen ev1.tv überführt hatte, dankte Geschäftsführer Reinhard Werbeck dafür, dass er mit seiner Erfahrung nicht nur den Fernsehsender führe, sondern der „Truppe bei ev1.tv“ auch den notwendigen journalistischen Freiraum lasse. Den Kollegen, insbesondere dem technischen Leiter Nico Stähle, sprach Backers seinen besonderen Dank aus. „Ihr seid Leute, die fest an diesen Sender glauben und dafür brennen“, beschrieb der Programmchef das große Engagement der Mannschaft vor und hinter der Kamera.

Geschäftsführer Werbeck hatte eingangs unterstrichen, dass ev1.tv „die Menschen in dieser Region im Fernsehen stattfinden lässt“. Der Nachteil, dass nicht alle Bürger über einen Kabelanschluss verfügen, um den Sender empfangen zu können, wird nach seinen Worten durch das Internetangebot von ev1.tv wieder wettgemacht. Auf lange Sicht werde es technologisch ohnehin zu einer Verschmelzung von TV- und Webinhalten auf dem Fernsehbildschirm kommen, meinte Werbeck.

Aber was wäre die digitale Welt ohne „Opa Anton“ alias Marco Strodt? Der wuchtige Komiker machte allen klar, dass ihm weder „Fatzebuck noch Internetz“ etwas anhaben könnten. Er wolle sich seine Freunde nicht von „Fatzebuck“ aufzwingen lassen, sondern selbst aussuchen, meinte das emsländische Original und lud anschließend alle Gäste ein. Wohin? Natürlich auf ev1.tv, wo „Opa Anton“ einen festen Sendeplatz hat – und viele Freunde.