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Erstklassiger Gig Fettes Brot rocken 3700 Fans in der Emslandarena

14.11.2015, 14:17 Uhr

Sie tragen gerne dick auf, und daher haben die Fans sie zum Fressen gern: Fettes Brot. Ist das Hip-Hop-Trio aus Hamburg zu Gast in Lingen, ist bereits im Vorfeld sicher, die Party wird groß. So auch am Freitagabend in der Emslandarena vor 3700 Zuschauern, wobei Dokter Renz, König Boris und Björn Beton bei ihrem fünften Auftritt in der Emsstadt als „Teenager vom Mars“ unterwegs sind.

Passend zum Namen des aktuellen Albums gestaltet sich das Konzert außerirdisch gut. Bevor der Vorhang fällt steht die Antilopen Gang auf der Bühne. Die Hip-Hop-Truppe aus Düsseldorf und Aachen fährt scharfe Geschütze auf, wenn sie Flagge gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz zeigt. Mit „Beate Zschäpe hört U2“ und „Enkeltrick“ beispielsweise erklären sich die Herren wortgewandt gegen Nazis. Mit der Auswahl dieser Vorband setzen Fettes Brot auch ein klares Statement gegen Fremdenhass.

Bunt, grell und laut

Danach gehört die Bühne den Rappern aus Hamburg. Bunt, grell und laut ist das Schauspiel der Jungs, die sich wieder mit der Raumausstattung der Kulisse viel Mühe gegeben haben. Zu Beginn stehen die Brote im Wald zwischen zig Tannen, um an das offizielle Video „Teenager vom Mars“ anzuknüpfen, gegen Ende tanzen Martin Vandreier, Boris Lauterbach und Björn Warns vor einem überdimensionalen Plattenschrank, der auch an ihre außerordentliche Erfolge im Business erinnert.

Seit dem ersten Album „Auf einem Auge blöd“ 1995 und dem daraus stammenden „Nordisch by Nature“ sind Fettes Brot nicht mehr aus der deutschen Rap-Landschaft wegzudenken. Durch den Wandel von einer reinen Hip-Hop-Band zur kommerziell erfolgreichen Hip-Pop-Gruppe dürfen sich auch Einflüsse anderer Musikstile hören lassen, was den hartgesottenen Rap-Fans weniger schmecken dürfte, doch der Unterhaltung der Massen absolut dient. So wurden die Hits bis ins Unendliche gemixt, wobei dies so außergewöhnlich geschieht, dass man schon wieder staunen muss: „Nordisch by Nature“ musikalisch eingehüllt in das Titellied des Films „Ghostbusters“, das hat schon ganz sicher etwas Außerirdisches.

Emanuela

Und so wildern sich die Brote durch ihre Verkaufsschlager („Emanuela“, „Jein“, „Schwule Mädchen“) und glänzen mit neuen Stücken („Von der Liebe“, „Meine Stimme“). Die Fans freut’s und Ralf Alferink aus Schüttorf ist ganz bei den Jungs: „Ich finde es fantastisch, wobei ich doch mehr auf die alten Sachen stehe. Dennoch ist es eine tolle Show hier heute Abend.“ Auch Christoph Arning aus Emsbüren feiert lieber zu den Klassikern: „Manche Lieder sind mittlerweile wirklich sehr überfrachtet mit modernen Beats.“ Die Brote passen sich der Zeit an, der Erfolg gibt ihnen recht. Insgesamt ist den Gästen anzusehen, dass der Spaß ein großer ist, außerirdisch groß.