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Erdverkabelung umstritten Fragen zur geplanten Stromtrasse im Emsland erörtert

Von Wilfried Roggendorf | 17.07.2012, 15:28 Uhr

Bis 2015 soll eine etwa 80 Kilometer lange Höchstspannungsleitung durch das Emsland und die Grafschaft Bentheim gebaut werden. Bis Juli 2011 haben die Bürger die Möglichkeit gehabt, ihre Fragen und Bedenken zu diesem Projekt zu äußern. 481 Menschen haben davon Gebrauch gemacht. Über die Ergebnisse haben jetzt der Landkreis Emsland und Vertreter der Netzbetreiber informiert.

Rund 100 Besucher, viele davon aus dem Raum Emsbüren, waren der Einladung der Kreisverwaltung in das IT-Zentrum in Lingen gefolgt. Landrat Reinhard Winter stellte klar, dass die Höchstspannungsleitung notwendig sei, um ökologisch produzierten Strom aus den Windparks der Nordsee in Richtung Süden zu leiten. „Wir alle wollen Strom aus regenerativen Energien. Darum ist die Energiewende ein Projekt, das vor Ort von uns mitgetragen und umgesetzt werden muss“, erläuterte der Landrat, dass an einer neuen 380-kV-Leitung kein Weg vorbeigehe.

Winter sprach sich zudem für eine Erdverkabelung aus. „Der Landkreis ist der Meinung, dass Erdverkabelung die Akzeptanz der Menschen für die Leitungen vergrößern wird“, brachte der Landrat sein Verständnis für die vielen Zweifel an der von den Netzbetreibern Tennet und Amprion beantragten Freileitung zum Ausdruck. Es könne kein Totschlagargument durch eine Vervielfältigung der Kosten geben.

In einem Raumordnungsverfahren, das bis spätestens zu den Herbstferien abgeschlossen sein soll, werde eine einen Kilometer breite Trasse festgelegt, in der später die Leitung verlaufen solle.

Deutlich wurde, dass nach dem Netzentwicklungsplan 2012 wohl noch weitere Leitungen kommen werden. Auch hierzu hatte Winter sich klar positioniert: „Wir lehnen es strikt ab, die Planungen für diese Trasse zu Ende zu bringen, nur um dann in den darauffolgenden Jahren in erneute Trassenfindungen mit all ihren Diskussionen einsteigen zu müssen“. Dies lasse sich fachlich nicht begründen und sei der Bevölkerung nicht zumutbar.

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