Ein Artikel der Redaktion

Einsatz in Lingen Polizei will Reichsbürger festnehmen – Mann schreit um Hilfe

Von Julia Mausch | 23.01.2018, 17:43 Uhr

Die Polizei hat am Montagmorgen in Lingen einen sogenannten „Reichsbürger“ festgenommen. Bei der Festnahmen schrie der Mann so laut nach Hilfe, dass seine Nachbarn einen Notruf wählten und noch mehr Polizisten kamen.

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, war der Lingener, der sich selbst als „Reichsbürger“ bezeichnet, in einem Gerichtsverfahren wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro verurteilt worden.

Bundesrepublik Deutschland ein Unrechtsstaat?

„Reichsbürger“, „Reichsdeutsche“ oder auch „Germaniten“, halten die Bundesrepublik Deutschland für einen Unrechtsstaat und erkennen ihn nicht an.Sie behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort, sei aber von den Alliierten besetzt und werde von ihnen ausgebeutet. Sie weigern sich mit dieser Begründung, unter anderem Steuern und Bußgelder zu zahlen oder Gerichtsbeschlüsse und Verwaltungsentscheidungen zu befolgen. So auch bei dem Lingener, der die Zahlungsaufforderung des Gerichts einfach ignorierte.

Mann schreit um Hilfe

Doch das Gericht ließ nicht locker und erließ einen entsprechender Haftbefehl. Am Montag wurde der Mann dann von zwei zivilen Streifenbesatzungen aufgesucht. Er wurde belehrt und sollte daraufhin festgenommen werden, doch das passte dem Mann nicht. Er leistete Widerstand und schrie so laut um Hilfe, dass seine Nachbarn den Notruf wählten und die Polizei verständigen wollten.

40 Tage Ersatzfreiheitsstrafe

Da im ersten Moment nicht ersichtlich war, dass dem Notruf bereits ein polizeilicher Einsatz zugrunde lag, fuhren zwei Streifenwagen in Richtung des Einsatzortes. Schnell bemerkten die Anrufer, dass der Mann nicht entführt, sondern festgenommen wurde. Der selbsternannte „Reichsbürger“ wurde in die Justizvollzugsanstalt Lingen-Damaschke eingeliefert und muss dort nun 40 Tage Ersatzfreiheitstrafe absitzen.