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Ein Podium – Viele Meinungen Lingener Parteien diskutierten über Kommunalpolitik

Von Wilfried Roggendorf | 07.09.2011, 05:45 Uhr

Rund 150 Zuhörer waren am Montagabend der Einladung von Volkshochschule (VHS) und Lingener Tagespost gefolgt und hörten in der Halle IV der Podiumsdiskussion von Vertretern der im Stadtrat sitzenden Parteien und Wählergruppen zu.

In der von Jürgen Blohm (VHS) und Thomas Pertz (LT) moderierten Veranstaltung bezogen Birgit Kemmer (Bündnis 90/Die Grünen), Irene Vehring (CDU), Jens Beeck von der FDP, derSozialdemokrat Bernhard Bendick und Robert Koop für die Wählervereinigung „Die Bürgernahen“ Stellung zu aktuellen Themen und ihren Schwerpunkten im derzeit laufenden Kommunalwahlkampf.

Die Christdemokraten setzten auf die Themen Bildung, Wirtschaft und Ehrenamt, erklärte die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Vehring. Für Bündnis 90/Die Grünen seien die Wiederaufforstung der im Altenlingener Forst gerodeten Flächen, der öffentliche Personennahverkehr und eine nachhaltige Stadtentwicklung im Zeichen des demografischen Wandels von Bedeutung, hob Birgit Kemmer vom Kreisvorstand der Grünen hervor.

Die Schwerpunkte der SPD, so Bendick, lägen in den Bereichen Bildung, Familienpolitik und dem Bau eines Fernwärmenetzes. Der Liberale Beeck sah Wirtschafts- und Arbeitsmarktthemen als ebenso wichtig an wie die kommunale Haushaltspolitik und die Energiewende.

Für die BürgerNahen lehnte Koop die geplante Emslandarena ab, forderte ebenso wie Kemmer die Wiederaufforstung des Altenlingener Forstes und sprach sich für sichere Arbeitsplätze und eine Energiepolitik mit der Errichtung eines Nahwärmenetzes aus.

Zwar war man sich auf dem Podium weitestgehend einig, dass die Bürgerbeteiligung gestärkt werden müsse, aber über das „Wie“ gab es unterschiedliche Auffassungen. Während sich Kemmer und Vehring gegen anonyme Kritik in Internetforen aussprachen, hielt Koop diese Art der Meinungsäußerung für „manchmal gut“. Beeck setzte auf einen Dialog, der – wie im Falle der geplanten Emslandarena – zu Ergebnissen führe. Bendick forderte die Bürger auf, Sitzungen der Gremien zu besuchen und Fragen nicht nur an die Verwaltung, sondern auch an die lokalen Politiker direkt zu stellen.

Ein weiteres Thema war die Ganztagsbetreuung. Vehring sprach sich für einen Ausbau der Ganztagsbetreuung aus. Diese müsse aber durch ausgebildete Kräfte und nicht von rein ehrenamtlich Tätigen erfolgen, merkte Kemmer an. Bendick hielt ein Umdenken bei den Betrieben für notwendig. Derzeit würden die Bürger akzeptieren, jederzeit für die Betriebe abrufbar zu sein, kritisierte er. Der Sozialdemokrat forderte, bei allen Überlegungen zur Ganztagsbetreuung das Wohl der Kinder im Blick zu behalten. Beeck lehnte ein Grobkonzept für alle ab, sprach sich stattdessen für intelligente flexible Lösungen aus. Er sah in einer Ganztagsbetreuung Probleme auf die Vereine der Stadt zukommen. Koop entgegnete, das Problem der Vereine sei nicht die Betreuung, sondern die Frage, ob sie noch Kinder in ihren Reihen hätten oder nicht.

Auch über den demografischen Wandel wurde diskutiert (siehe Bericht unten).