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Handrup ist für mich Heimat Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hält Vortrag in „seiner“ Schule

Von Johannes Franke | 05.07.2019, 08:01 Uhr

Mit dem Besuch an seiner ehemaligen Wirkungsstätte, hat der Hildesheimer Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ am Montagabend etwa einhundert Besuchern im Gymnasium Leoninum Handrup eine große Freude bereitet.

Der Ehemaligenverein „Alumni Handrup“ hatte ihn zu einem Vortrag mit dem Titel „Menschen führen – wie von Mose lernen?“ eingeladen. „Wir sind sehr froh, dass der Bischof und ehemalige Schulleiter spontan zugesagt hatte“, freut sich Vorstandsvorsitzender Ansgar Veer. Ehemalige, Weggefährten, Freunde und Bekannte aus der näheren und weiteren Umgebung sind gekommen, um den Bischof zu begrüßen, ihm zuzuhören. Mit freundschaftlich verbundenen Worten heißt Schulleiter Franz-Josef Hanneken „unseren Bischof“ im Leoninum willkommen. „Wir sind sehr froh, sehr stolz, dass du bei uns bist.“

„Nach Handrup zu kommen, ist für mich mit vielen Emotionen verbunden. Handrup ist für mich Heimat“, erklärte Bischof Wilmer. Er freue sich sehr, so viele vertraute und bekannte Gesichter zu sehen und lieb gewonnene Menschen hier begrüßen zu können. Hier habe er von 1971 bis 1980 neun Jahre als Schüler gelernt und sei zwölf Jahre nach dem Abitur als Schulleiter zurückgekommen, um ebenfalls neun Jahre die Schule zu führen. „Das geht so bis zur Pensionierung, hatte ich damals gedacht“, erwähnt er lächelnd. Aber es sei alles anders verlaufen.

Von 2007 bis 2015 war er Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesus-Priester, wirkte von 2015 bis 2018 als Generaloberer in Rom und wurde am 1. Juli 2018 in Hildesheim zum Bischof geweiht. Hier treffe er fast jede Woche Menschen aus dem Emsland und Osnabrücker-Land. „Wir kennen uns“, sagen sie, und erzählen ihm ihre Lebenswege. In der Domstadt fühle er sich sehr heimisch, erlebe dort eine „sehr dichte Zeit“ und habe dort alles „außer Langeweile“ äußert er sich schmunzelnd und lobt seine „wunderbaren Mitarbeiter“. Es seien „sehr erfüllende Aufgaben“, die es zu besprechen, zu bewältigen gebe. Dazu zählen auch „heftige Themen“ wie sexuelle Gewalt und Missbrauch in der katholischen Kirche.

„Hunger nach Freiheit, Mose – Wüstenlektionen zum Aufbrechen“ heißt das Buch von Bischof Wilmer, das im letzten Jahr erschien. Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ schrieb von einigen Wochen: „Nicht jeder Theologe kann so weite Bögen von den uralten Schriften in die Gegenwart schlagen“. Eine Stunde erleben die gebannt zuhörenden Besucher seine rhetorischen Fähigkeiten und inhaltlich breit und tief angelegten Ausführungen.

Ansgar Veer hatte sich einen „interessanten Vortrag“ erhofft und war wie Pfarrer Jürgen Krallmann aus Freren nach dem Vortrag und der anschließenden offenen Diskussion „sehr beeindruckt.“ Eingangs formulierte der Bischof: „Eine große Führungspersönlichkeit ist ein Mensch, dem es gelingt bei anderen Menschen Dinge zuzulassen, die sie nie täten, würde man sie ihnen befehlen.“ An Mose käme man nicht vorbei, er sei so eine Gestalt gewesen. Mose gäbe Einblicke und Einsichten in unser Innenleben und eröffne uns Räume unserer Seele, von denen wir noch nicht einmal etwas ahnten, dass es sie gibt. Mose spiegelt uns, in welchen Mechanismen Führung läuft. Das stärkste Führungsprinzip weltweit ist das Wort. "Nichts ist so mächtig und wichtig zur rechten Zeit wie das Wort“. Bischof Heiner Wilmer ist ein Mann des Wortes. Das haben auch die Schüler und Lehrer am nächsten Morgen, dem Patronatstag zu Ehren des Gründers Leon Dehon, erleben können.

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