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Diskussion im Verkehrsausschuss Unfälle häufen sich an sieben Stellen in Lingen

Von Wilfried Roggendorf | 10.02.2017, 14:36 Uhr

In Lingen gibt es sieben Stellen, an denen sich Unfälle häufen. Über Maßnahmen, um diese zu entschärfen, hat jetzt der Verkehrsausschuss der Stadt diskutiert.

Als Unfallhäufungsstellen werden Orte eingestuft, an denen innerhalb eines Jahres fünf Unfälle des gleichen Typs passieren oder innerhalb von drei Jahren fünf Personen zu Schaden kommen. Für diese schlägt die Verkehrsunfallkommission, in der Vertreter von Stadt, Polizei und weiterer Behörden sitzen, Maßnahmen vor.

Kreisverkehr Rheiner, Schüttorfer und Kiesbergstraße

Am Kreisverkehr Rheiner, Schüttorfer und Kiesbergstraße kommt es bei der Ausfahrt Richtung Rheine zu Unfällen zwischen Autos und Radfahrern. Die Verkehrsunfallkommission hatte empfohlen, dort Kunststoffschweller anzubringen, um den Kraftfahrzeugverkehr zu verlangsamen und so den Autofahrern mehr Zeit zu geben, um die Radfahrer wahrzunehmen. Der Ausschuss folgte mit den Stimmen von CDU und Grünen mehrheitlich dieser Empfehlung. Die SPD war dagegen und die FDP enthielt sich. Andreas Kröger (SPD) begründete seine Ablehnung damit, dass sich ihm die Notwendigkeit der Schweller nicht erschließe. Jens Beeck (FDP) erklärte, man solle die Geschwindigkeit von Autos und Radfahrern an dieser Stelle verringern.

Nordstraße, Nordbrücke, Haselünner Straße

Im Bereich Nordstraße, Nordbrücke und Haselünner Straße hatte die Kommission ein „heterogenes Bild personengebundener Unfallursachen“ festgestellt. Einstimmig beschloss der Verkehrsausschuss, das Grün im Bereich des Fahrverkehrs, der von der Nordbrücke nach rechts in die Nordstraße einbiegt, zu beschneiden und ein Gefahrenzeichen „Fußgängerüberweg“ aufzustellen.

Einmündung der Meppener Straße zur B70 in Richtung Meppen

An der Einmündung der Meppener Straße zur B70 in Richtung Meppen sollen laut einstimmigem Beschluss Richtungstafeln aufgestellt werden, die im engeren Kurvenverlauf zunehmend dichter aufeinander folgen.

Kreisverkehr Linden-, Bernd-Rosemeyer- und Alte Rheiner Straße

Beim Kreisverkehr Linden-, Bernd-Rosemeyer- und Alte Rheiner Straße sind laut der Verkehrsunfallkommission Radfahrer, die den Kreisverkehr links herum befahren, ein „unfallbegünstigender Faktor“. Hier, so beschloss der Ausschuss einstimmig, soll überprüft werden, ob sich durch die Aufhebung der Benutzungspflicht der Radwege eine Verringerung der Unfallzahlen ergibt.

B70, Einmündung Poller Sand

An der Einmündung Poller Sand an der B70 geschehen viele Auffahrunfälle. Hier soll die Griffigkeit der Fahrbahn überprüft und ein Verkehrschild „Unfallgefahr“ aufgestellt werden. Gegen diese Maßnahme stimmten Bürgernahe und FDP. Marc Riße (Bürgernahe) meinte, man könne nicht vor jeder Ampel ein Schild „Unfallgefahr“ aufstellen. Der Lieberale Jens Beeck war der Ansicht, die Ampelschaltung dort ergebe keinen Sinn. Er schlug vor, auf der B70 durchgehend auf „Grün“ zu schalten und für den Poller Sand nur auf Anforderung „Grün“ zu geben.

B214, Höhe Hedonallee/Laxtener Brook

Auch an der B214, Höhe Hedonallee/Laxtener Brook, ereignen sich viele Auffahrunfälle. Auch hier sollen Verkehrsschilder „Unfallgefahr“ aufgestellt werden. Hiergegen sprachen sich wiederum BN und FDP aus. An dieser Stelle soll zudem die Grünphase der Ampel für die Hauptfahrtrichtungen entlang der B214 erprobungsweise verlängert werden. Hierfür sprach sich der Ausschuss einstimmig aus.

Bernd-Rosemeyer-Straße an der Überquerungshilfe Höhe AOK

An der Bernd-Rosemeyer-Straße an der Überquerungshilfe Höhe AOK besteht seit Anfang 2015 ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Seitdem sind dort vier Unfälle registriert worden. Einstimmig folgte der Ausschuss dem Vorschlag der Verkehrsunfallkommission, die Querungsstelle einzuengen und die dortige Hecke kontinuierlich zu beschneiden, um die Sicht der Autofahrer auf den querenden Radverkehr zu gewährleisten.