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Dieselproduktion wird erhöht Revision bei BP Lingen kostet rund 57 Millionen

Von Burkhard Müller | 11.07.2014, 09:50 Uhr

Sie ist rund 57 Millionen Euro teuer und läuft noch bis zum 14. Juli auf Hochtouren – die fünfwöchige TÜV-Inspektion bei der BP-Raffinerie in Die Revisionsarbeiten wurden von einem tödlichen Arbeitsunfall am 21. Juni überschattet.

Vor diesem Hintergrund widmete Raffinerieleiter Peter Brömse diesem tragischen Ereignis die ersten Worte im Rahmen eines Pressegespräches am Donnerstag zum eigentlichen Thema Großrevision: „Wir alle haben die Nachricht vom Tod des Mitarbeiters unserer Partnerfirma mit großer Bestürzung aufgenommen und den Angehörigen sowie den Kollegen unsere aufrichtige Anteilnahme ausgesprochen. Wir unterstützen die behördlichen Untersuchungen bei der betroffenen Fachfirma bestmöglich, um den Unfall aufzuklären“, erklärte Brömse. Mehr könne man derzeit nicht sagen, weil die Ermittlungen noch liefen. Der 38 Jahre alte Beschäftigte der Fremdfirma war an jenem Samstag gegen 17.55 Uhr in einem 20 Meter hohen Silo mit einem Durchmesser von vier Metern bei einem Katalysatorwechsel verunglückt.

1200 Fachkräfte

Zurück zur Revision: Mehr als rund 1200 zusätzliche Fachkräfte von Fremdfirmen sind vor Ort, um große Teile der Anlagen zu leeren, zu säubern, zu warten – und falls erforderlich auch zu reparieren – insgesamt rund 50000 verschiedene Aktivitäten“, erläuterte Paul Thiering als Gesamtverantwortlicher den Stand der Dinge. Daneben machte Thiering deutlich, dass während der Großrevision 50 Prozent der Anlagen still stehen. Gleichwohl werde weiter produziert – wenn auch eingeschränkt. „Wir beliefern unsere Kunden wie gewohnt mit Diesel, Jet, leichtem Heizöl und Benzin, was für uns allerdings auch eine weitere Herausforderung ist“, betonte der Bereichsleiter Instandhaltung.

Neben den 50 Millionen Euro für die Revision in diesem Jahr investiere BP jährlich 200 Millionen Euro in die Anlagen, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, stellte Raffinerieleiter Brömse fest. Bei der Raffinerie in Lingen handele es sich zwar um die kleinste Raffinerie im BP-Verbund. Sie zähle aber aufgrund der Flexibilität der Anlagen zu den leistungsstärksten. Rund 4,5 Millionen Tonnen Rohöl würden in der Raffinerie zu hochwertigen Treibstoffen verarbeitet.

Vor diesem Hintergrund gab die Geschäftsleitung weiterhin bekannt, dass die Zeit des Stillstandes auch genutzt werde, um weitere Projekte voranzubringen, die die Wirtschaftlichkeit der Raffinerie weiter verbessern sollen. So habe etwa die VD2- Destillationsanlage einen neuen Kolonnenkopf bekommen. Ziel dieser 25 Tonnen schweren Maßnahme sei es, die Dieselproduktion am Standort weiter zu erhöhen und den Marktanforderungen gerecht zu werden. Die nächste Revision sei für 2017 vorgesehen.

Noch immer ungeklärt ist indessen die Schuldfrage an der Tankerexplosion vom 28. März im Hafen der BP in Lingen. Rund eine Million Liter Superbenzin standen in dieser Nacht in Flammen an Bord der Alpsray , die komplett ausbrannte und später verschrottet wurde. „Wir haben alle unsere Einrichtungen am Hafen und auch die Arbeitsvorgänge überprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich BP keine Versäumnisse vorzuwerfen hat“, machte der Raffinerieleiter klar. Der Hafen sei schon seit Langem wieder in Betrieb, ein Urteil in der Sache aber stünde weiter aus.