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Dienstag erster Arbeitstag 17 Azubis in fünf Berufen beim Autohaus Timmer in Lingen

Von Thomas Pertz | 01.08.2017, 19:52 Uhr

Der 1. August ist Ausbildungsstart: 17 junge Leute in fünf Ausbildungsberufen haben am Dienstag im Autohaus Timmer in Lingen und den weiteren Timmer-Standorten an der Schillerstraße (Lackzentrum) sowie in Meppen, Nordhorn, Rheine und Borken ihre Lehre angetreten.

Mit Puppen spielen, das war nie so ihr Ding. Viel lieber schraubte Sandra Gerst aus Veldhausen in der Grafschaft Bentheim mit ihrem Vater oder Bruder an Autos herum. Das darf die 16-Jährige seit Dienstag im Arbeitsanzug mit Timmer-Emblem vorne drauf: Sie ist eine von acht jungen Leuten, die dort eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker machen. Sechs weitere Azubis hatten dort ihren ersten Ausbildungstag als künftige Automobilkaufleute, ein Azubi erlernt das Handwerk des Fahrzeuglackierers, eine wird Kauffrau für Büromanagement. Neben dem Ausbildungsberuf des Fahrzeuglackierers ist bei Timmer die Ausbildung Fachinformatik für Systemintegration erstmals dabei. Die Digitalisierung in der Branche schreite weiter voran, erklärte Geschäftsführer Torsten Timmer, weshalb das Autohaus auch diesen Ausbildungsplatz anbiete und besetzt habe.

Jahrespraktikum

Den Lehrvertrag noch nicht in der Tasche haben Mohammad Yousatzai aus Afghanistan und der Libanese Moustapha Suleimann. „Die beiden machen ein Jahrespraktikum bei uns und werden auch die Berufsschule besuchen“, erläuterte Personalentwicklerin Nadine Osenberg. Mohammad und Moustapha leben nach ihren Angaben erst seit zwei Jahren im Emsland und würden schon gut Deutsch sprechen. Die jungen Flüchtlinge haben bereits eine Einstiegsqualifizierung hinter sich. Wenn alles weiterhin gut laufe, könnten sie nächstes Jahr mit der Ausbildung beginnen, sagte Osenberg. Das Jahrespraktikum werde ihnen dann zur Hälfte angerechnet und die Ausbildung von dreieinhalb auf drei Jahre verkürzt. Ein Jahrespraktikum macht außerdem Chiara Lüken aus Meppen, die den Beruf der Automobilkauffrau erlernen möchte.

Mehr Bewerbungen

Das Autohaus habe mehr Bewerbungen für die Büroberufe bekommen und weniger im Bereich der Fahrzeugtechnik, sagte Torsten Timmer. Das sei auch schon einmal anders herum gewesen. Insgesamt habe das Unternehmen auch in diesem Jahr genügend Bewerbungen für die einzelnen Ausbildungsberufe erhalten. Geeignete junge Leute zu finden, werde aber nicht einfacher. Ein qualifizierter Hauptschulabschluss, gute Kenntnisse in Mathe und Physik und bei den kaufmännischen Berufen häufig bereits das Fachabitur – so beschrieben Personalentwicklerin Osenberg und Geschäftsführer Timmer das Anforderungsprofil.

Mit Sandra Gerst ist seit längerer Zeit wieder eine junge Frau im Team von Timmer, die Kfz-Mechatronikerin werden möchte. Leicht sei es nicht gewesen, berichtete sie von der Bewerbungszeit und den Vorbehalten in Betrieben gegenüber einer Frau im klassischen „Männerberuf“. Am Dienstag hatte sie ihr Vater von Veldhausen zur Meppener Straße nach Lingen und ihrem neuen Arbeitgeber gefahren. Dass in der Werkstatt bei Timmer jemand aus Nordhorn arbeitet, der sie mitnehmen könnte, hat sie bereits herausgefunden. Sandra habe sehr um diese Ausbildungsstelle gekämpft, sagte Osenberg. „Sie weiß, was sie will“.

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