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Vierwöchige Vollsperrung notwendig Neubau der Emsbrücke in Schepsdorf ab Mai 2020 geplant

Von Wilfried Roggendorf | 26.03.2019, 15:09 Uhr

Die Brücke, die vom Lingener Ortsteil Schepsdorf über die Ems in die Stadt führt, muss erneuert werden. Stadtbaurat Lothar Schreinemacher und der Leiter des Fachbereichs Tiefbau, Georg Tieben, haben jetzt im Ortsrat erste Planungen vorgestellt.

In der Spannbetonkonstruktion der vorhandenen Brücke laufen Stahlseile, die zu korrodieren beginnen . Dies wurde schon Anfang 2018 festgestellt. Jetzt soll für geplant 5 Millionen Euro ein Neubau an gleicher Stelle das 1954/1955 errichtete Bauwerk ersetzen.

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Bis 1824 gab es bei Schepsdorf nur einen Furt- und Fährverkehr. Dann wurde eine erste Holzbrücke gebaut. 1906 wurde eine stählerne Brücke errichtet. 1945 wurde diese kriegsbedingt gesprengt. Die Briten schlugen eine Behelfsbrücke vom Typ „Balley-Bridge“ aus vormontierten Einzelbauteilen. 1954/55 wurde die heute noch vorhandene Spannbetonbrücke gebaut. Sie hat eine Länge von 77,20 Metern und ist zwischen den Geländern 12,50 Meter breit. 2001 wurde die Brücke saniert und die historische Ansicht rekonstruiert.

"Wir hoffen mit 2,9 Millionen Euro auf Zuschüsse von 60 Prozent der förderfähigen Kosten", erklärte Schreinemacher. Geplant sei, während der rund 20-monatigen Bauzeit der neuen Brücke südlich der vorhandenen eine Behelfsbrücke zu errichten. Über diese könne der Autoverkehr auf zwei 3,50 Meter breiten Fahrspuren ohne Tonnenbegrenzung und im Gegenverkehr fließen. Angehängt werden soll ein 1,50 Meter breiter Fuß- und Radweg. Diese Behelfsbrücke beeinträchtige weder die dort gelegene Firma Hagedorn noch das auf der nördlichen Brückenseite beheimatete Kanucamp. In früheren Überlegungen waren Beeinträchtigungen für einen der beiden Brückenanlieger nicht ausgeschlossen worden.

Neue Brücke wird 1,50 Meter breiter

"Der Nachteil der jetzt gefundenen Lösung ist, dass wir die Brücke für vier Wochen komplett sperren müssen, wenn die Behelfsbrücke installiert wird", erklärte der Stadtbaurat. Auch zum Ende der Arbeiten sei eine weitere Sperrung von circa einer Woche erforderlich, um die Fahrbahnanschlüsse zur neuen Brücke herzustellen. Diese werde rund 1,50 Meter breiter als die jetzige Brücke werden und rund zwei Meter weiter nördlich die Ems queren.

Erste Vollsperrung in den Sommerferien 2020

Die Bauarbeiten sollen im Mai 2020 beginnen. Zunächst sollen im Vorfeld alle an der Brücke vorhandenen Leitungen gedükert werden. "Mit diesen Arbeiten für zwei Gasleitungen können die Stadtwerke auch schon in diesem Sommer beginnen", sagte Tieben. Der eigentliche Neubau soll in zehn Bauphasen erfolgen, die Schreinemacher näher erläuterte. "In den ersten beiden Bauphasen werden Vorarbeiten unter laufendem Verkehr auf der vorhandenen Brücke ausgeführt", sagte der Stadtbaurat. In der dritten bis fünften Bauphase würden dann Teile der alten Brücke abgebrochen und die Behelfsbrücke montiert. "Dafür ist eine Vollsperrung erforderlich. Um die Beeinträchtigung so gering wie möglich zuhalten, soll diese in den Sommerferien 2020 erfolgen", kündigte Schreinemacher an.

Eine weitere Woche Vollsperrung zum Ende der Baumaßnahme

In den Bauphasen sechs bis acht wird dann die neue Brücke errichtet. Die Fertigstellung ist für Anfang 2022 geplant. "Um die Anschlüsse der neuen Brücke für den Verkehr herzustellen und für die Demontage der Behelfsbrücke ist dann noch einmal eine Vollsperrung von bis zu einer Woche Dauer notwendig", erklärte Schreinemacher. Während der folgenden Restarbeiten in der zehnten und letzten Bauphase könne der Verkehr dann schon über die neue Brücke fließen.

Verzögerungen können zu Vollsperrung führen

Schreinemacher erklärte, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung für den Neubau nicht notwendig sei. Darauf zu verzichten, müsse der Landkreis jedoch noch genehmigen. Die Bürger sollten in einem öffentlichen Planfeststellungsverfahren beteiligt werden. Andreas Krummen (CDU) wollte vom Stadtbaurat wissen, wie lange der Bau dauern werde, falls es in diesem Verfahren zu Widersprüchen komme. "Wenn dies grundsätzliche Dinge betrifft, kann dies das ganze Verfahren nach hinten verschieben", antworte Schreinemacher. Zugleich warnte er vor den möglichen Folgen: "Wenn sich der Neubau weit verzögert, und die Korrossionsschäden größer werden, müssten wir die vorhandene Brücke ablasten oder sogar ganz sperren." Tieben erklärte, dass die Brücke unter ständiger Beobachtung stehe und turnusmäßig circa einmal monatlich überprüft werde. "Wenn heute der Anruf vom Brückenprüfer käme, würde der Bauhof sofort tätig werden", machte Tieben die Notwendigkeit eines schnellen Neubaus deutlich.

Anderen Weg für Radfahrer attraktiver machen

Als begleitende Maßnahme solle der Weg von Schepsdorf in die Innenstadt über die Panzerbrücke und durch den Emsauenpark für Radfahrer attraktiver werden. "Dafür wird die Straße Am Schwalbenufer ertüchtigt und erhält eine Beleuchtung", kündigte Schreinemacher an. Diese könne dort dauerhaft bleiben. Eine Schepsdorferin machte darauf aufmerksam, dass es dann an der Einmündung am Schwalbenufer auch eine Querungshilfe über die Nordlohner Straße geben müsse. "Das ist Wietmarscher Gebiet", sagte Schreinemacher. Die Stadt müsse dort mit den zuständigen Behörden sprechen.