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Des Kaisers neue Kleider Inszenierung des mimikri-Theaters begeistert in Lingen

Von Elisabeth Tondera | 14.02.2017, 13:16 Uhr

Die Produktion des Theaters mimikri hat mit dem Theatermärchen „Des Kaisers neue Kleider“ kleine und große Zuschauer im Lingener Theater verzaubert, zum Lachen und Singen gebracht und Beifallsstürme ausgelöst.

Eine Geschichte zum Nachdenken, bewegtes Schauspiel, prachtvolle Kostüme und Bühnenbilder, Komik und Live-Musik sind die Zutaten dieses Werkes nach Hans Christian Andersen. Es geht um Schein und Sein, um Eitelkeit, Amtsmissbrauch, Imponiergehabe und Realitätsversuch.

Schneider greifen zur List

Andersens kurzes Märchen hat in der Fassung des Theaters mimikri eine Vorgeschichte. Die Betrüger, die am Ende den Kaiser nackt vor dem Volk auftreten lassen, sind hier die Schneiderin und der Weber, die dem Kaiser einreden, sie könnten die wunderbarsten Kleider anfertigen, die allerdings für alle unsichtbar bleiben, die dumm seien oder für das Amt nicht taugen. Die Handwerker sehen sich gezwungen, zu der List zu greifen, denn sie sind um ihren Lohn geprellt worden. Der Kaiser ist nämlich kleidersüchtig und verlangt jeden Tag neue Kleider, obwohl die Kleiderkasse leer ist und die letzten 17 Gewänder noch nicht bezahlt sind. Er vernachlässigt die Staatsgeschäfte, kümmert sich nur um sein Äußeres und setzt rücksichtslos seine Wünsche durch. Auf die Einwände des Finanzministers reagiert er weltfremd und ungehalten: „Was habe ich mit Geld zu tun?“

Kaiser als skrupelloser Machthaber

Die skrupellose Art, mit dem Amt umzugehen, erinnert an einige Machthaber heute, auch das Verlangen nach stets neuen Kleidern für wenig Geld ist erschreckend aktuell. Das macht Märchen aus: Sie sind universell. In Märchen sind menschliche Erfahrungen in Bilder gebannt, sie schärfen das Verständnis für Gut und Böse und das Bewusstsein für gelebte Werte.

Ernster Hintergrund mit Komik inszeniert

Trotz des ernsten Hintergrunds ist die Produktion des Theaters mimikri umwerfend komisch. Die Figuren treten in clownesker Manier auf, der Kaiser wird durch Lächerlichkeit entlarvt: Seine Kleidersucht führt dazu, dass er nicht einmal mehr essen kann, weil ihn der riesengroße Kragen daran hindert. Schließlich stolziert er nur in Unterwäsche auf der Bühne.

Prachtvolle Bühnenbilder

Die Inszenierung von Margret Fehrer ist außerdem mit ihren prachtvollen Bühnenbildern (Axel Gallun), fantasievollen Kostümen (Kerstin Laackmann und Anke Küper) und der schmissigen Live-Musik ein Vergnügen für Augen und Ohren. Alle Schauspielerinnen und Schauspieler spielen ein Musikinstrument, die mitreißende Musik ist integraler Bestandteil der Inszenierung.

Nächster Besuch in zwei Jahren

Theater mimikri ist zum wiederholten Mal in Lingen gewesen und hat seinen nächsten Besuch in zwei Jahren angekündigt. Darauf können sich Kinder und Erwachsene jetzt schon freuen.

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