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CDU dafür, Opposition dagegen Harsche Kritik an Baugebiet Mengers Weg in Lingen

Von Wilfried Roggendorf | 16.06.2016, 19:43 Uhr

Das Baugebiet Auguststraße/Mengers Weg sorgt weiterhin für harsche Töne. Während die CDU als Mehrheitsfraktion für den nächsten planungsrechtlichen Schritt (Aufstellungsbeschluss und frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung) im Planungs- und Bauausschuss (PBA) stimmte, übten die übrigen Parteien massive Kritik an dem Vorhaben.

Im Planungsgebiet im Lingener Ortsteil Laxten sollten Einzel- und Doppelhäuser entstehen. Der Bestandsschutz für die dort liegende Hofstelle Evers sei gegeben, betonte Stadtbaurat Lothar Schreinemacher. „Bestandsschutz bedeutet nicht, was dort heute ist, sondern was dort heute genehmigt ist“, erklärte er.

Stadtbaurat: Es entsteht Siedlungsdruck

„Wir haben Nachholbedarf beim Wohnungsbau“, sagte Schreinemacher. Lingen bekomme Bevölkerungszuwachs aus dem Umland, wodurch auf verschiedene Ortsteile ein Siedlungsdruck aufgebaut werde, begründete der Stadtbaurat die Planungen. Nach langen Vorprüfungen und Überlegungen solle durch das offizielle Verfahren nun geklärt werden, „ob wir das Buch zumachen oder nicht“, so Schreinemacher.

Opposition im PBA gegen Baugebiet

Das Kapitel „Baugebiet Mengers Weg“ am liebsten schließen wollten unisono die Oppositionsparteien im PBA. Margitta Hüsken (Bürgernahe) erklärte, die Stadt habe keine Not, privaten Investoren Tür und Tor zu öffnen. Birgit Kemmer (Grüne) befürchtete, dass die derzeitige Baublase einmal platzen werde und dass wegen des demografischen Wandels irgendwann die Wohngebiete Gauerbach I und II leer stehen würden. „Außerdem habe ich eine andere Vorstellung, als die Stadt auf Biegen und Brechen größer zu machen.“

SPD kritisiert Spekulantentum

Jens Beeck (FDP) hält ein Baugebiet in diesem Bereich derzeit für eine „Schnapsidee“: „Die Emissionsbelastungen in der Umgebung lassen mich zweifeln, ob man dort Nachverdichtung betreiben muss.“ Zudem halte er die Ausweisung neuer Baugrundstücke rund um vorhandene Höfe nicht für eine Nachverdichtung. Edeltraut Graeßner (SPD) kritisierte, dass immer mehr Flächen versiegelt würden: „Und dann solche, wo Spekulanten nur darauf warten, dass die Stadt da Wohnbauflächen draus macht.“

Hilling: Lingen hat Wohnraumbedarf

Die CDU schließe sich aber der Auffassung des Stadtbaurates an, erklärte Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling. „Wir sind froh über die steigende Bevölkerungszahl und haben in Lingen Wohnraumbedarf“, stellte der Christdemokrat fest. An die Opposition gewandt, meinte er: „Ich habe das Gefühl, dass einige Kollegen aus ideologischen Gründen nicht erkennen wollen, dass wir Bedarf an Baugrundstücken haben.“ Die CDU-Mehrheitsfraktion stimmte im PBA für den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes 35 „Bereich Auguststraße/Mengers Weg“.

Schreinemacher: Risiko liegt bei Investoren

Jetzt werden Gutachten, unter anderem zum Naturschutz und den Lärm- und Geruchsemmisionen benachbarter Betriebe, klären müssen, welche Bebauung dort möglich ist. „Diese Gutachten müssen alle die Investoren bezahlen, selbst wenn es dort kein Wohngebiet gibt“, versicherte Stadtbaurat Schreinemacher, dass das finanzielle Risiko alleine bei den Investoren liege. Diese hätten keine Zusage auf irgendein bestimmtes Ergebnis.

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