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Betriebsstörung bei Hagedorn Ungeschickt

Meinung – Wilfried Roggendorf | 24.06.2014, 17:15 Uhr

Am 26. Mai hat es im Chemiewerk Hagedorn in Lingen-Schepsdorf eine Betriebsstörung gegeben. Offiziell informiert wurde nicht darüber.

Es mag sein, dass die jüngste Betriebsstörung beim Chemieunternehmen Hagedorn in Schepsdorf, bei der eine gelbliche Wolke Stickoxide ausgetreten ist, keine negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt gehabt hatte. Es mag auch sein, dass sich das Unternehmen im Sinne von Vorschriften und Gesetzen richtig verhalten hat.

Und trotzdem handelt Hagedorn ungeschickt. Während andere Lingener Unternehmen bei Zwischenfällen, seien sie auch noch so harmlos, sofort an die Öffentlichkeit gehen und Aufklärung betreiben, wartet Hagedorn ab, bis Fragen gestellt werden. Gerade vor dem Hintergrund der schwereren Störfälle in den letzten Jahren stünde dem Werk eine bessere Kommunikationsstrategie gut zu Gesicht.

Dies gilt in diesem Fall auch für die Stadt Lingen. Es ergibt wenig Sinn, die Mitglieder des Umweltausschusses hinter verschlossenen Türen über die Betriebsstörung zu informieren. Zu leicht kann so der Eindruck entstehen, es solle etwas vertuscht werden. Was öffentlich als gelbe Wolke sichtbar war, gehört auch in einer öffentlichen Sitzung des Umweltausschusses auf den Tisch.