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Berufsschule als Herzensanliegen Lingener BBS-Leiter Jänen geht in Pension

Von Thomas Pertz | 20.06.2013, 05:24 Uhr

Nach über 20 Jahren an der Spitze der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Lingen, gewerbliche Fachrichtungen, ist Oberstudiendirektor Hermann Jänen am Mittwoch feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. In mehreren Redebeiträgen, umgeschriebenen Liedtexten und sogar Video- und Filmbeiträgen wurde die Arbeit des 63-Jährigen hervorgehoben, der 1992 die Leitung der BBS übernommen hatte.

Seit dieser Zeit hat Jänen durch die Art und Weise, wie er die Berufsschule geleitet hat, ein hohes Maß an Anerkennung erfahren – Wertschätzung, die sich manchmal auch in Kilometern ausdrücken lässt. 1800 Kilometer waren es für Dace Cine, Leiterin der Partnerschule Kuldiga in Lettland. Die Lehrerin dankte Jänen für die intensive Kontaktpflege über eine solche Entfernung hinweg, für die Unterstützung bei Projekten und den fachlichen Austausch. Videoeinspielungen gab es mit weiteren Partnerschulen aus Polen und England.

Landrat Reinhard Winter sprach ihm seinen Dank für langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit aus. „Das Zimmer des Schulleiters hier kann ich mir ohne Sie gar nicht vorstellen“, beschrieb der Landrat die eng mit dem Namen Jänen verbundene gewerbliche Berufsschule. Diese sei ein „Leuchtturm in der Bildungslandschaft des Emslandes“, was vor allem ein Verdienst von Jänen sei. Dessen Ziel sei es immer gewesen, die BBS als Dienstleister der emsländischen Wirtschaft und des Handwerks zu positionieren und veränderten Anforderungen anzupassen.

„Sie können stolz auf Ihre Leistung sein“, unterstrich Winter. Der Landrat erinnerte auch an die Zeit der schweren Erkrankung von Jänen, der 2005 an Krebs erkrankte. „Ich habe mir manchmal Sorgen um Sie gemacht“, drückte Winter seine Bewunderung für die Kämpfernatur Jänen aus.

Dessen Leistungsbereitschaft selbst in persönlich schwierigen Momenten hob auch Leitende Regierungsschuldirektorin Monika Homann hervor. Jänen habe konsequent sein Herzensanliegen, die Kooperation der allgemein- mit den berufsbildenden Schulen, verfolgt. Auch durch den Einsatz des engagierten Kollegiums an der BBS habe sich diese zu einem „modernen Kompetenzzentrum“ entwickelt. „Sie waren jemand, auf dessen Wort stets Verlass war“, sagte Homann.

Neben den fachlichen Stärken des scheidenden BBS-Leiters waren es immer wieder dessen Führungsqualitäten, die in den Redebeiträgen zum Ausdruck kamen. So im Dialog zwischen seinem Stellvertreter Rolf Becker und Personalratsvorsitzendem Stephan Rommel, die auch Jänens Fähigkeit hervorhoben, dem Kollegium Freiräume zu ermöglichen, ohne die Zügel aus der Hand zu geben. Oberbürgermeister Dieter Krone und Oberstudiendirektorin Petra Niewiera als Sprecherin der emsländischen Berufsschulen würdigten die Leidenschaft, mit der der Pädagoge seinen Beruf ausübte.

„Mir fehlen die Worte, ich bin überwältigt“, hatte Hermann Jänen das letzte Wort. Der 63-Jährige sprach allen seinen Dank aus, sowohl seinen beruflichen wie auch privaten Lebensbegleitern. Auf die BBS bezogen hob er insbesondere seinen Stellvertreter Rolf Becker hervor.

„BBS Hermann TV“

Für den bekennenden SV- Meppen-Fan hatte das Kollegium sogar auf dem Laxtener Sportplatz einen Film für „BBS Hermann TV“ gedreht: die Lehrerinnen als Cheerleaders am Spielfeldrand und die Lehrer als Dribbelkünstler auf dem Spielfeld. Hermann Jänen hat in all den Jahren ein Kollegium geformt, das nicht nur im Klassenraum eine gute Figur macht.