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Benachteiligung von Geringverdienern Sozialverband Emsland kritisiert Erhöhung der Kontogebühren

Von Benjamin Havermann, Benjamin Havermann | 26.10.2016, 19:32 Uhr

Die geplante Erhöhung der Kontoführungsgebühren bei vielen im Emsland vertretenen Banken sorgt für Kritik beim Sozialverband Deutschland (SoVD) im Emsland. Dadurch entstehe eine Benachteiligung von Hartz-IV-Empfängern, Menschen mit geringem Einkommen und älteren Menschen, die mit einer kleinen Altersrente auskommen müssen.

So seien die geplante Gebührenerhöhung des von der OLB angebotenen Basiskontos „Girokonto Kompakt“ um einen Euro und die unverhältnismäßig hohe Kostensteigerung bei Überweisungen kaum nachvollziehbar, wenn gleichzeitig ein kostenfreies Konto angeboten werde, dass sich an Personen mit höherem Einkommen richte.

Folgen der Niedrigzinspolitik belasten Geringverdiener

„Damit tragen allein diejenigen Menschen die Konsequenzen der Niedrigzinspolitik, die ohnehin schon wenig Geld zum Leben übrig haben, während Besserverdienende weiterhin von einem kostenlosen Konto profitieren“, sagt SoVD-Kreisvorsitzender Bernhard Sackarendt. Das habe mit sozialer Gerechtigkeit nichts mehr zu tun. Dass sich die emsländischen Banken, wie die Sparkassen, die Volksbanken oder die OLB dann noch öffentlich mit guten Geschäftszahlen brüsten, passe nicht ins Bild.

Wechsel zur Direktbank für Rentner unrealistisch

Ein von den Verbraucherzentralen geratener Wechsel zu einer Direktbank, die kostenlose Konten anbieten, sei insbesondere für Rentner oftmals nicht möglich, weil sie häufig auf die Betreuung durch eine Bank vor Ort angewiesen seien. „Damit müssen die älteren Mitbürger Gebührenerhöhung in Kauf nehmen und haben noch weniger Geld übrig, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten“, so der Kreisvorsitzende.

Appell an die soziale Verantwortung der Banken

Der SoVD-Kreisvorsitzende und zweite Vorsitzende des SoVD-Landesverbands Niedersachsen betonte, dass diese Praxis in ganz Niedersachsen feststellbar sei. Sackarendt forderte die Vorstände der Banken auf, Gebühren transparent zu gestalten und sich bewusst zu machen, dass auch Banken eine soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zu erfüllen haben. Letzteres werde schließlich von allen Banken öffentlichkeitswirksam betont. „Wenn beispielsweise die OLB auf ihrer Internetseite schreibt, dass sie ihre soziale und gesellschaftliche Verantwortung für die Region mit Leben erfülle, sollte sie sich auch daran messen lassen“, merkt Sackarendt an.

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