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Beim Weltkindertheaterfest Kolumbianische Version des nackten Kaisers in Lingen

Von Peter Löning | 29.07.2014, 16:27 Uhr

Die Gruppe CHLA aus Kolumbien hat sich beim Weltkindertheaterfest in Lingen dem alten Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ nach Hans Christian Andersen gewidmet.

Der so eitle und gelangweilte Kaiser beauftragt zwei Schneider, die sich als Betrüger entpuppen, ihm ein einzigartiges Gewand zu nähen. Die zwei setzen dafür ein Material ein, das derjenige, der dumm ist oder seines Amtes nicht würdig, nicht sehen kann. Da dies keiner zugeben will, sehen alle diesen edlen Stoff, den es gar nicht gibt. Erst bei einem Festumzug fliegt der Schwindel auf, und der Kaiser ist über alle Maßen beschämt und sein Ansehen beschädigt.

Mit wenigen Requisiten und üppigen Kostümen, mit einigen Tänzen und Gesangseinlagen, nähern sich die Kolumbianer dem Thema sehr kindgerecht. Die Figuren, ein wenig überzeichnet und launisch in der Darstellung, bringen die Geschichte mit einigem Witz auf die Bühne, auf der es zumeist recht aufgeräumt zugeht.

Das erleichtert die Sache. Mit Sprachklang, Mimik und englischem Untertitel ist dabei der sehr umfangreiche spanische Text auch für Nichtspanier gut nachzuvollziehen, zumal die meisten Zuschauer das Märchen kennen. Das Stück bietet einige lustige Momente und ein freudiges Theatererlebnis. Abgerundet wird es durch die seitlich platzierte Band, die das Stück mit viel Pep begleitete.

Leider fehlte die Balance zwischen gesprochenem und gesungenem Wort, worunter die Homogenität leicht litt. Am Ende aber hat es Spaß gemacht, diesem Märchen auf Spanisch zu lauschen. Prima.