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Auftritt ganz dicht am Original Die Welt der Bee Gees in der Lingener Emslandarena

Von Carsten van Bevern | 14.02.2014, 19:53 Uhr

Über 220 Millionen Tonträger hat die laut Guinnessbuch der Rekorde „erfolgreichste Familienband aller Zeiten“ bis heute verkauft: die Bee Gees. Wahrlich stilecht die Erinnerung an diese Ausnahmeband hochgehalten haben am Donnerstagabend in der allerdings nur gut halb gefüllten Emslandarena in Lingen die „Italian Bee Gees“. Mit Blue Weaver hat auch der zeitweilige Keyboarder der Originalband das Publikum begeistert.

Die italienischen Bee Gees : Das sind die aus Kalabrien stammenden Brüder Walter, Davide und Pasquale Egiziano. Seit ihrer Kindheit begeistern sich die Musiker für die Bee Gees und interpretieren deren Songs. Und die Gibb-Brüder der Original-Bee-Gees waren von ihren drei italienischen Fans so begeistert, dass sie ihnen mit den Worten „ihr seid wahrlich die italienischen Bee Gees“ selbst den Namen gaben. Und Robin Gibb, der 2012 nach einer langwierigen Krebserkrankung starb, erlaubte ihnen die Nutzung des eigenen Bandnamens – noch heute stehen die drei Brüder in Kontakt mit Barry Gibb (67), dem einzig noch lebenden Originalbandmitglied.

Ob es jetzt ein Musical war, welches die Zuschauer in der Emslandarena zu sehen bekamen, sei einmal dahingestellt. Eines war es aber auf jeden Fall: ein eindrucksvolles Eintauchen in die Welt der Bee Gees. Ein Hit reihte sich an den anderen. Gesanglich und musikalisch meinte man zumeist, dass die Originale auf der Bühne standen. Auch die Kostüme passten ebenso wie die Tanzeinlagen der Profis Nadine Sudler und Patrick Dudek – unterstützt worden waren sie zum großen Finale zusätzlich durch junge Nachwuchstänzer des Lingener Studios Tanzart (wir berichteten) . Und der lokale Tanznachwuchs hatte vor dem großen Publikum sichtlich Spaß und meisterte seine Aufgabe eindrucksvoll.

Funke springt spät über

Allerdings waren die ersten 30 Minuten der Multimedia-Show trotz vieler Hits noch recht kraft- und emotionslos. Trotz auf einer Großleinwand eingespielten Bildern, Livemitschnitten und Interviewsequenzen mit den Original-Bee-Gees sprang der Funke nicht bei allen Besuchern sofort über. Das änderte sich aber spätestens mit dem Auftritt von Blue Weaver : Der inzwischen 66-jährige britische Musiker, Gründungsmitglied der Bands Amen Corner und Fair Weather, war von 1975 bis 1982 festes Mitglied der Bee Gees. Er plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen, erzählte die Entstehungsgeschichte von Saturday Night Fever – und stimmte nicht nur diesen Song auf seinem Keyboard auch gleich an. Von da an ging es Schlag auf Schlag. Und was sagte ein Besucher knapp jenseits des 60. Lebensjahres: „Bei vielen Songs kann ich mich noch gut erinnern, wo ich diesen zuerst gehört habe. Ein toller Abend.“ Der Funke der Bee Gees, er ist übergesprungen.

Aber das Original wird bald auch wieder auf der Bühne zu sehen sein: Barry Gibb wird ab Mai dieses Jahres auch zum Gedenken an seine verstorbenen Brüder auf seine erste Solo-Tour gehen – allerdings nur in den USA. In Europa wird es also weiter heißen: Bee Gees? Ja – die italienischen Bee Gees!