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„Auf das Gemeinwohl achten“ SPD lehnt Baupläne am Mengers Weg in Laxten ab

Von Burkhard Müller | 21.01.2015, 19:56 Uhr

„Überhaupt nicht einverstanden“ ist der Ortsverein der SPD in Lingen-Laxten über die Vorgehensweise, wie in Laxten über das geplante Baugebiet „Auguststraße/Mengers Weg“, in unmittelbarer Nähe zur Landwirtschaft Evers, diskutiert wird.

Thomas Ahues, Vorsitzender der SPD-Ortsratsfraktion, und Stefan Wittler, SPD Mitglied im Ortsrat, sind sauer. „Zum einen wollen wir dort kein neues Baugebiet, und zum anderen sehen wir es als sehr problematisch an, dass uns diesbezügliche Fakten seitens der Verwaltung nur scheibchenweise vorgelegt werden.“ In einem Gespräch mit der Redaktion betonen beide, dass das dort geplante Ausweisen von neuem Bauland nicht nur nicht nötig sei, sondern: „Es spricht doch wohl für sich, dass dieser Punkt dreimal von der Tagesordnung des Ortsrates abgesetzt werden musste, weil sich immer wieder neue Fragen ergaben. Informationen, die wir brauchen, um dort eine Entscheidung treffen zu können, sind uns nicht vorgelegt worden. Und das halten wir für sehr problematisch“, kritisiert Wittler.

Wie könne es passieren, dass eine augenscheinlich im Bestandsschutz genehmigte Tierhaltung und die Möglichkeit einer Forstwirtschaft in den Gutachten keine Berücksichtigung gefunden hätten , fragen sich die beiden Sozialdemokraten. „Die Emissionen, ob durch den Geruch der Tiere oder durch den Lärm einer Säge hervorgerufen, finden keine Beachtung“, betonte Wittler. Ahues ergänzte: „Wir müssen doch die Entscheidung, dass die Hofstelle Evers weitergeführt werden soll, respektieren.“

Gleichzeitig machen die beiden Sozialdemokraten aber auch deutlich, dass man sich nicht grundsätzlich gegen das Ausweisen von neuem Bauland stelle. Man habe in Laxten mit dem neuen Baugebiete„Stahljans Hof“ und einem weiteren, das aber noch nicht spruchreif sei, Möglichkeiten geschaffen, dort sein eigenes Haus zu bauen. Aber: „Wir legen unseren Fokus auf bezahlbaren Wohnraum für junge Familien. Und deshalb vertreten wir auch die Auffassung, dass das Ausweisen neuer Baugebiete allein bei der Stadt Lingen liegen sollte und nicht in den Händen von Investoren, die an dieser Stelle nur Geld verdienen wollten.“

Auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung dürfe neues Bauland nur nach sehr sorgfältiger Prüfung ausgewiesen werden. Stattdessen sollte die Verwaltung ein Augenmerk darauf haben, wo im Bestand nachverdichtet werden könne.

„Da haben wir in Zukunft mehr von“, betonen Wittler und Ahues gleichzeitig und ergänzen: „Wir werden uns auf keinen Fall vor den Karren von Einzelinteressenten spannen lassen.“

Ahues: „Noch hat Laxten seinen ländlichen Charakter, der dem Gemeinwohl aller hier lebenden Bürger dient. Und deshalb sind wir nicht gewillt, zum Vorteil eines Einzelnen aus einer grünen Wiese Bauland zu machen.“

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