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Angebot der Kirchengemeinden Das Trauercafé in Lingen ist ein Ort zum Zuhören

Von Christiane Adam | 28.02.2017, 11:00 Uhr

Die Pfarreiengemeinschaften „St. Antonius-St. Josef-St. Marien, Lingen-Süd und Maria Königin & St. Marien Biene bieten ein Trauercafé als Begegnungsmöglichkeit an.

Der Mann von Irene Rathsmann ist vor nunmehr zwei Jahren verstorben. Seitdem fühlt sich die Witwe einsam, denn ihre Kinder wohnen in anderen Städten. Obschon sie zu Anfang in ihren Freundinnen gute Zuhörerinnen gefunden hat, mag sie inzwischen kaum noch ansprechen, dass sie ihren Mann immer noch sehr vermisst. Sie spürt, dass die anderen Menschen meinen, dass sie allmählich wieder zur Tagesordnung zurückkehren sollte.

So wie in diesem imaginären Beispiel von Irene Rathsmann ergeht es vielen Trauernden, so die Erfahrung von Schwester Constanze, Pastor Alexander Fix, Diakon Ulrich Lehmann und Gemeindereferentin Alwine Röckener. Diese vertreten die Pfarreiengemeinschaften St. Antonius-St. Josef-St. Marien, Lingen-Süd und Maria Königin & St. Marien Biene. Um trauernden Menschen eine Begegnungsmöglichkeit zu bieten, haben sie das Trauercafé entwickelt. Gemeinsam mit 17 speziell geschulten Ehrenamtlichen laden sie einmal im Monat Trauernde in die Gemeinderäume der Bonifatiuskirche ein.

Der Sonntag ist als Wochentag ganz bewusst ausgewählt, denn der Sonntag als „stiller Wochentag“ sei besonders schwer für Trauernde, so Schwester Constanze. Deshalb bemühen sich die Beteiligten, an jedem zweiten Sonntag eines Monats ab 15 Uhr in der Burgstraße 21 eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, sei es durch Kerzen, Grußkarten oder sonstige Deko. „Wir könnten eine kleine Grundausstattung gebrauchen“, meint Schwester Constanze. Da ist die Spende, die Stefan Varel überreichen durfte, sehr willkommen. „Wir haben Geld, das auf dem Pfarrfest und beim Weihnachtsmarktstand zusammengekommen ist, für das Trauercafé bestimmt“, erzählt Varel vom Pfarrgemeinderat St. Josef. „Unser Ausschuss „Solidarisch leben“ begrüßt die Initiative des Trauercafés ausdrücklich und möchte das mit diesen 250 Euro zeigen“, unterstreicht er.

Monika Schütte ist eine der 17 Ehrenamtlichen. Nicht nur mit selbst gebackenem Kuchen und Kaffeekochen unterstützt sie das Trauercafé. Sie betreut außerdem mit einem der Hauptamtlichen die Gäste in Kleingruppen. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die anderen Menschen das Thema irgendwann einfach nicht mehr hören möchten“, berichtet die Witwe. Ihre eigenen Trauer- und Verlusterfahrungen könne sie hier nun sinnvoll einbringen. „Bei uns können die Menschen das immer wieder sagen, und wir nehmen das sehr ernst“, betont Schwester Constanze. Diakon Lehmann bestätigt: „Die Umwelt hofft, dass es bald wieder normal läuft“.

„Jeder Mensch trauert ganz anders“, ergänzt Pfarrer Hartmut Sinnigen aus St. Josef. Das noch recht neue Trauercafé (seit November 2016) müsse immer wieder beworben werden. „Denn jemand, der jetzt nicht trauert, hat vielleicht in einem halben Jahr einen Trauerfall, und erst dann ist er aufmerksam für das Thema“.

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